21. März 2018

Die besten Tipps für Lanzarote

Lanzarote, die trockenste der Kanarischen Inseln, wird oft nur für Badeferien bereist. Das landschaftlich interessante Ferienziel hat aber gerade auch im Inselinnern diverse Attraktionen.

Das Dorf Yaiza auf dem Weg zum Nationalpark Timanfaya.
Lesezeit 4 Minuten

Vueling und Edelweiss ab Zürich sowie Easyjet ab Basel fliegen nonstop in gut vier Stunden nach Lanzarote. Die flächenmässig in etwa gleich grosse Kanarische Insel wie der Kanton Jura, verfügt über gut 40 verschiedene Strände und Strändchen mit Kiesel, feinem weissen oder mit dunklem Sand, was auf den vulkanischen Ursprung hinweist. Die touristischen Zentren wie Puerto del Carmen oder Playa Blanca an der Südküste laden zu Badeferien ein.

Doch eigentlich ist die nur noch 140 Kilometer von der afrikanischen Westküste entfernte Insel dafür viel zu schade, denn viele Attraktionen befinden sich im Inselinnern und lassen sich am besten im Mietwagen bereisen. Beim Autovermieter Cabrera Medina kostet ein Wagen pro Tag gut 30 Euro inklusive eines Audioguides, der auf über 40 Attraktionen auf der Insel hinweist.

Die mondähnliche Landschaft im Nationalpark Timanfaya von Naturliebhabern, Wanderern und Velofahrern geschätzt.

Meine persönlichen Tipps: Vor 10 Uhr (nachher hat es zu viele Touristen, und Wolken können aufziehen) sollte man via das sehenswerte Dorf Yaiza im Nationalpark Timanfaya ankommen. Bei diesem Park, der ebenfalls als Montañas del Fuego bekannt ist, handelt es sich um eine grosse Fläche Land, die von der letzten Vulkantätigkeit auf der Insel im 18. und 19. Jahrhundert betroffen war. Die mondähnliche Landschaft wird Fotografen begeistern. Auch Velofahrer fühlen sich hier wohl. Der Park zeigt, weshalb Lanzarote mit jährlich nur 112 Millimetern Niederschlag die trockenste der Kanarischen Inseln ist.

Das Museum der Bodega El Grifo befindet sich zwischen Yaiza und Teguise.

Nur 15 Kilometer südostwärts befinden sich die Weinberge von Lanzarote, genauer in den Gemeinden von Haría, San Bartolomé, Teguise, Tinajo und Yaiza. «Weinberg» ist eigentlich ein wortwörtlich zu hoch gegriffener Begriff, denn die Rebstöcke wachsen jeder für sich in kleinen, mit Mauern geschützten Einzelkratern. Die Winzer graben bis zu drei Meter tiefe Löcher und pflanzen die Reben hinein. So wird die meterdicke Vulkanasche nutzbar, da sie tagsüber aufheizt und nachts Feuchtigkeit aus der Luft aufsaugt. Am meisten überzeugten mich die Weine der 1775 gegründeten Bodega El Grifo mit eigenem Weinmuseum, namentlich der junge Weisse Vijariego, der Tinto Listán Negro mit seiner Cassis- und Brombeernote sowie der Süsse Moscatel.

In Teguise scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Der Ort ist das Kontrastprogramm zu den Tourismuszentren.

Weiter Richtung Osten befindet sich das malerische Dorf Teguise mit dem «Museo de la Pirateria». Wunderschön ist die Weiterfahrt über die Hügel und hinunter zum Dorf Haría. Es ist inselbekannt, weil dort das Museo César Manrique steht, das letzte Wohnhaus des Künstlers. Der Maler, Architekt, Bildhauer und Umweltschützer ist auf Lanzarote geboren und gestorben und war mit seinen Visionen seiner Zeit voraus. Er kämpfte gegen Massentourismus und Monsterhotels.

Wer Freude an Kakteen und Architektur hat, sollte den «Jardin de Cactus» besuchen.

Zu den beeindruckendsten Attraktionen, die wir Manrique verdanken, zählen für mich der «Jardin de Cactus» im Nordosten, die vulkanische Höhle Jameos del Agua mit einem Restaurant und dahinter einem 20 Meter breiten Tunnel. Darin befindet sich ein mit Meerwasser gefüllter kleiner See.

In diesem Haus, umgeben von versteinerter Lava, lebte César Manrique.

«Una Sorpresa de lava», also eine «Überraschung aus Lava», nennt die «Fundación César Manrique» das ehemalige Wohnhaus des Künstlers in Tahíche, Teil der Gemeinde Teguise. Und schliesslich darf auch der Mirador del Río in dieser Aufzählung nicht fehlen: Die 475 Meter hohe Erhebung erlaubt eine spektakuläre Aussicht auf die kleine Nachbarinsel La Graciosa. Die Galerie in der Aussicht wurde von Manrique erschaffen. Er sollte es nicht mehr erleben: Ein Jahr nach seinem Autounfalltod, 1993, wurde Lanzarote als erste vollständige Insel von der Unesco zum Biosphärenreservat erklärt.

Eine spektakuläre Aussicht auf die Nachbarin La Graciosa: vom Mirador del Río.

Wo übernachten? Wo essen auf der 58 Kilometer langen Insel? Ich übernachtete im Hesperia Lanzarote, ein paar Fussminuten vom Dorf Puerto Calero bei Puerto del Carmen entfernt, das für die Touristen geschaffen wurde. Die 2003 eröffnete und 2009 renovierte Anlage hat allerdings 335 Zimmer und ausser einem Pool keine unmittelbare Bademöglichkeit.

Ein Gang im Gourmetmenü des Restaurants «Isla de Lobos»: «Pulpo con parmantier de patata, emulsión de ajo negro y al caparras» (Tintenfisch mit Kartoffelstock, schwarzer Knoblauchemulsion und Kapern).

Im Süden befindet sich das im kanarischen Kolonialstil erbaute Resort Princesa Yaiza Suite Hotel mit direktem Zugang zum weissen Sandstrand Playa Dorada. Die Mehrzahl der 385 Zimmer im Fünf-Sterne-Hotel sind Suiten. Acht Restaurants stehen zur Auswahl, wobei im «Isla de Lobos» ein abendliches Gourmetmenü aufgetragen wird. Das Restaurant ist mehrmals als bestes der Kanarischen Inseln ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem «Award for Best Canarian Gastronomy».

Und gleich nochmals Tintenfisch gibt es auch im Restaurant La Cabaña.

Wer es intimer und weniger massentouristisch mag, also ganz im Sinn von César Manrique, sollte sich an das La Cabaña im Weiler Mácher zwischen Yaiza und Tias (bei der Disa-Tankstelle) halten: Im von den Engländern Deb und Darren Spurr geführten Restaurant gibt es den Inselwein von El Grifo, grillierten Tintenfisch als Vorspeise und fangfrischen Fisch. Überzeugt hat mich auch Cofradia de Pescadores La Tiñosa im Hafen von Puerto del Carmen (keine Homepage, reservieren nötig, Tel. 660 433 578). Hier findet man unter den Gästen sogar ein paar Einheimische. Immerhin. Buen provecho!

Auch die Einbettung des Restaurants ins Naturwunder von Jameos del Agua wurde vom einheimischen César Manrique geschaffen.

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