13. August 2018

Die besten Schulfreunde der Promis

Prominente berichten über eine besondere Freundschaft in ihrer Schulzeit – manche halten sie bis heute aufrecht, die Beziehung zum «Very Important Friend».

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CHRISTA RIGOZZI (35), Entertainerin

Christa Rigozzi

Einst Kindergarten – heute Kinderspielplatz

«Die Parallelen zwischen Manuela und mir sind verblüffend: Sie kam am 28. April 1983 zur Welt, ich am 2. Mai 1983 – unsere Mütter waren gleichzeitig im selben Spital. Manuela und ich lernten uns im Kindergarten in Monte Carasso TI kennen und gingen gemeinsam in die Grundschule. Dann machte Manuela eine Berufslehre, und ich ging ans Gymnasium in Bellinzona. Gemeinsame Wochenenden in Zürich, Partys, Reisen nach Italien oder Spanien: Wir haben viel erlebt. Später studierte ich in Bern und in Freiburg. Aber wir haben uns nie aus den Augen verloren und regelmässig miteinander telefoniert. Heute sind wir verheiratete Mütter und leben beide wieder in Monte Carasso. Dort treffen wir uns mit den Kindern auf dem Spielplatz, wenn es die Zeit zulässt.»

Matthias Aebischer (50), Nationalrat

Matthias Aebischer

Kumpel des Prügelknaben

«Mein bester Freund war ein Jugoslawe. Er hiess Matej Grilc und stammte aus Bled (heute Slowenien). Er kam direkt zu uns in die erste Klasse und sprach kein Wort Deutsch. Also erklärten wir ihm in der ersten Pause, dass er Prügel bekomme, wenn er nicht spreche. Leider war er uns physisch überlegen, und wir liessen von unserer Drohung ab. Da Matej in derselben Strasse wohnte wie ich, wurde er mein Freund. Wir besuchten mehrmals seine Heimat und verbrachten unsere Sommerferien im slowenischen Küstenstädtchen Piran. Matej Grilc lernte übrigens rasch Deutsch und schrieb schon in der vierten Klasse die besseren Aufsätze als ich. Unsere Wege trennten sich, als er ins Gymnasium und später an die ETH in Zürich ging. Solche Meriten blieben mir verwehrt.»

JACQUELINE BADRAN (56), Politikerin und Unternehmerin

Jacqueline Badran

Unvergängliches Urvertrauen

 «Im Jahr 1970 zog meine Familie in Zürich um. Ich kam in eine neue Schule und in eine neue Klasse der dritten Primarschule Fluntern. Die Lehrerin setzte mich neben Esther – mit der Bemerkung, dass Esther dann weniger schwatzen würde. Was für eine Fehl­einschätzung! ... Esther war nicht nur meine neue Banknachbarin, sondern sie wohnte auch neben mir. Fortan holte sie mich jeden Tag und bis ins sechtse Primarschuljahr morgens ab. Ich glaube, ohne sie wäre ich immer zu spät zur Schule gekommen, weil ich nachts immer Bücher unter der Bettdecke las. Esther und ich waren die Klassenbesten. Sie war im Schreiben besser als ich, ich dafür im Rechnen. Aber statt zu konkurrieren, verbündeten wir uns. Im Gymnasium waren wir während der ersten zwei Jahre auch zusammen, quasi unzertrennlich – bis die Prorektorin uns trennte und offiziell in verschiedene Klassen einteilte: Zwei solche Rädelsführerinnen könne man nicht zusammenlassen. Obwohl wir von nun an im Alltag getrennt waren, sind wir noch heute befreundet. Uns verbindet ein tiefes, selbstverständ­liches Vertrauen. Das ist schön und angenehm. Ein Urvertrauen aus Kindheitstagen vergeht nicht, und das kann uns niemand wegnehmen.»

LUKAS STUDER (41), Sportreporter

Lukas Studer

Eng und intensiv

«Mein bester Freund aus dem Kindergarten ist noch heute einer meiner engsten Freunde. Thomas und ich sind gegenseitig Göttis unserer Kinder und gehen einmal im Jahr zu zweit weg. Oft machen wir eine Städtereise, dieses Jahr waren wir in Palma. Thomas’ Eltern hatten einen Bauernhof in Sichtweite unseres Hauses. Wir waren oft im Wald und machten ‹Seich›. Weil die Bauernfamilie nur selten in die Ferien ging, kam Thomas mit uns mit. Wir haben entscheidende Dinge zusammen erlebt – ich würde sagen, wir kennen uns inzwischen in- und auswendig. Unsere Freundschaft durchlief unterschiedliche Phasen: Als junge Erwachsene gingen wir oft zusammen aus, heute beschäftigen uns andere Dinge. Da wir beide Job und Familie haben, sehen wir uns heute nicht mehr so häufig, aber wenn, dann ist es intensiv. Dass ich
bekannt bin, ist Thomas übrigens herzlich egal.»

MILENA MOSER (55), Schriftstellerin

Milena Moser

Die Träume geteilt

«Als ich mit 15 nicht ganz freiwillig und mitten im Jahr die Schule wechselte, hatte sie die Aufgabe gefasst, mir durch den ersten Tag zu helfen: Susanne ‹Sus›  Schläpfer. Obwohl wir ganz unterschiedlich waren und Teenager sich ja gern gleich zu gleich gesellen, entwickelten wir schnell eine tiefe, verlässliche Freundschaft, die bis heute hält. Das lag – und liegt – vor allem an Susannes Grosszügigkeit. Ich kenne kaum jemanden, der so wenig über andere urteilt wie sie. Wir tranken uns unseren ersten Rausch an, wir redeten nächtelang, wir träumten von der Zukunft. Ich habe sogar – und darauf bin ich besonders stolz –im jugendlichen Übermut und nach zu viel französischem Likör ihren heutigen Markennamen ‹Souze› erfunden. Es ist ein unvergleichliches Geschenk, so viel Geschichte, so viele Träume mit jemandem zu teilen.»

SALAR BAHRAMPOORI (39), TV-Moderator

SALAR BAHRAMPOORI

«S Chalb» im KV

«An der Wirtschaftsschule in Chur hatte ich einen sympathischen Schulkollegen: Fabian Monn. Er half mir bei den verflixten Rechenaufgaben und wurde dann mein Freund. Wir machten beide gern ‹s Chalb› und wurden oft vor die Tür geschickt – leider nie gemeinsam. Fabian war der bessere Schüler als ich, dafür konnte ich ihn ausserhalb der Schule manchmal unterstützen. Irgendwie kriegte ich die Prüfungen hin – und die Freundschaft haben wir am Leben erhalten. Inzwischen ist Fabian selbständiger Steuerberater und erledigt auch meine Steuererklärung. Jedes Jahr sagt er: «Wirf einfach alles in ein Couvert und schick es mir.» Ich möchte ihn aber lieber treffen, und spätestens für die Unterschrift schaffen wir das auch. Dann lachen wir über die Schulzeit und lästern jedes Mal über den Lehrer ab, der uns damals nervte.»

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