21. Februar 2018

Die arrangierte Wüstenfuchsehe

Wir wünschen uns Nachwuchs im Savannenhaus. Eine Partnerin für das Fennekmännchen ist bereits gefunden, doch vor dem gegenseitigen Beschnuppern erhält sie eine Staupeimpfung.

das Fennekweibchen
Bevor das Fennekweibchen zu den anderen Tieren darf, muss es einen Gesundheitscheck durchlaufen.

Partnervermittlung gibt es sogar für Wüstenfüchse, jedenfalls für diejenigen in Zoos. Für den Wüstenfuchs – auch Fennek genannt –, der seit vergangenem Sommer in unserem Savannenhaus lebt, haben die Verantwortlichen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) nun ein Weibchen gefunden. Es kommt aus einem Zoo in Krakau (Polen) und ist wie das Männchen fünf Jahre alt.

Impfen gegen Hundekrankheiten
Als das Fennekweibchen aus Krakau eintrifft, durchläuft es das übliche Eintrittsprozedere, damit wir die anderen Zootiere vor allfälligen Krankheiten schützen können: Ich mache einen gründlichen Gesundheitscheck, danach lebt das Weibchen drei Wochen lang in Quarantäne. Dann ist es so weit: Wir tragen das Tier in einer Transportbox in die Fennekanlage. Bei dieser Gelegenheit impfe ich es gleich noch gegen Hundekrankheiten wie etwa Staupe – der Wüstenfuchs ist ja die kleinste Wildhundart (siehe unten). In Krakau brauchte das Weibchen diesen Impfschutz nicht, da es dort nur drinnen lebte. Bei uns aber könnten Füchse oder Hunde ans Gitter der Aussenanlage kommen und Krankheiten übertragen.

Wüstenfuchs (Fennek)
Ein Wüstenfuchs (Fennek) im Gehege des Walter Zoo in Gossau.

Durch ein Gitter sind für den ersten Moment Fennekweibchen und -männchen voneinander getrennt. Die Wüstenfüchsin hat so Gelegenheit, die Anlage in Ruhe kennenzulernen, was sie auch gern tut. Sie versteckt sich nicht – im Gegensatz zum Männchen. Dieses kommt erst nach einiger Zeit hervor.

Warten auf die Ranzzeit
Jetzt fallen die ohnehin schon prägnanten Ohren der Fenneks noch mehr auf. Denn die beiden Tiere kommunizieren durch regen Einsatz ihrer Ohren, des Schwanzes und überhaupt über die Körperhaltung. Die erste Begegnung verläuft ohne Probleme, das weitere Zusammenleben auch. Noch sind sie nicht ein Herz und eine Seele, aber das dürfte sich spätestens in der sogenannten Ranzzeit ändern – wenn die beiden paarungsbereit sind. Dann wird das Fennekweibchen das Interesse des -männchens bestimmt wecken. Kommt es dann zur Paarung, könnten nach rund 50 Tagen bis zu sechs Fennekwelpen zur Welt kommen. Wir sind gespannt.

Karin Federer ist Tierärztin und berichtet regelmässig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.

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