10. August 2017

Der Poet aus Solothurn

Elena Bernasconi dreht gern die Musik voll auf beim Autofahren. Rappt Manillio, ist das allerdings ein wenig riskant.

Der Solothurner Rapper Manillio
Manillios aktuelles Album: «Kryptonit Deluxe»
Lesezeit 1 Minute

Manillio hat mit seiner Stimme die halbe Schweiz verführt: «Monbijou» hiess der Hit, Hookline darin «Em liebschte häb ig mi a dir». Irgendwann hast du den Song auf jeden Fall schon mal gehört: Bei Nachbars Grillfest, in der Badi, abends in einer Bar oder im Radio während dem Frühstück.

Bei mir war's im Auto, drei Minuten vor meinem Haus. Ich hatte den Blinker gesetzt und bog in die Strasse ein. An den Moment erinnere ich mich, weil der Song gleichzeitig mit dem Klacken des Blinkers einsetzte. Auf einmal war da diese sanfte Stimme, die für einen Moment alles Andere überdeckte: Strasse, Blinker und beinahe das Tram von Rechts.

Seit diesem Abend fährt Manillio immer mal wieder bei mir mit. Seit ein paar Wochen mit neuen Songs. Er hat immer noch viel zu erzählen und von ihm lasse ich mich gern für eine Songlänge durch den Tag spicken. Seine sanfte Stimme trägt, die Instrumentierung wirkt nie überladen. Wo andere Rapper fette Beats platzieren, treibt bei Manillio eine feine Melancholie die Musik an.

Manillio wird mit jedem Song besser, scheint es. Gut möglich also, dass er diesen Sommer auch noch den Rest der Schweiz verführt mit seinem Hit «Schall und Rauch».


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