12. Juni 2019

Der Mann fürs Grüne

Er arbeitet dort, wo andere ausspannen: Eric Ribstein ist Chefgärtner im Park im Grünen Münchenstein – seit über 20 Jahren schon. Mit vielen Stammgästen ist er per Du, die lokale Biberfamilie allerdings ziert sich noch.

Eric Ribstein
Hält mit seinem fünfköpfigen Team die Parkanlage in Schuss: Chefgärtner Eric Ribstein
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Der Biberbau am hinteren See ist unübersehbar. Seine Bewohner jedoch zeigen sich tagsüber nicht. «Einmal früh morgens habe ich einen von ihnen im See schwimmen sehen», erzählt Eric Ribstein (55), Chefgärtner im Park im Grünen Münchenstein. «Zuerst dachte ich, es wäre ein Stück Holz, aber dann hat es sich bewegt.» Doch der Nachwuchs, den es laut der Basler Biberfachstelle Anfang Jahr gegeben haben soll, hat sich Ribstein bisher verweigert.

Die Bewohner des Biberbaus bekommt man tagsüber praktisch nie zu Gesicht.
Die Bewohner des Biberbaus bekommt man tagsüber praktisch nie zu Gesicht.

Der erste Biber richtete sich vor vier, fünf Jahren häuslich ein – auch seltene Vögel werden ab und zu im Park gesichtet, etwa ein Nachtreiher oder ein Eisvogel. «Das ist für uns natürlich ein grosses Kompliment», sagt Ribstein, der den vom Migros-Kulturprozent finanzierten Park mit seinem fünfköpfigen Team bepflanzt und instand hält. Während sie den vorderen Teil rund um das Restaurant Seegarten intensiv pflegen, belassen sie den hinteren Teil möglichst naturnah und wild.

Gelernt im Schlossgarten von Versailles

Obwohl seine Arbeit inzwischen von Organisation und Administration dominiert wird, ist Ribstein weiterhin eine ständige Präsenz im Park. Er kennt die Stammgäste, und sie kennen ihn, ab und zu gibts einen Schwatz, oft Lob, selten Kritik. Mit vielen ist er per Du. «Bei einem älteren Herrn bin ich sogar der Notfallkontakt, falls ihm im Park mal etwas passieren sollte.» Der Franzose, der 1987 als einfacher Gärtner im Park im Grünen anfing und perfekt Baseldeutsch spricht, pendelt jeden Tag aus dem Elsass (F) nach Münchenstein BL. Während seiner Ausbildung arbeitete er sogar ein Jahr im Schlossgarten von Versailles.

Seit jener Zeit hat sich im Gartenbau einiges verändert. «Wir setzen heute viel weniger Chemie ein», sagt Ribstein. Auch der Umgang der Gäste mit dem Park habe sich verbessert. «Trotz höherer Besucherfrequenz hält sich der zurückgelassene Abfall im Rahmen.» Und das, obwohl an schönen Tagen bis zu 10 000 Personen kommen.

Der Saurier ist das Wahrzeichen des Parks – ein Überbleibsel der legendären «Grün 80».
Der Saurier ist das Wahrzeichen des Parks – ein Überbleibsel der legendären «Grün 80».

Vielleicht stammt der pflegliche Umgang mit dem Park im Grünen daher, dass dieser als «grüne Lunge» von Basel sehr geschätzt wird. Er entstand aus der legendären Gartenbauausstellung «Grün 80» heraus. Und der Dinosaurier, das Wahrzeichen, an das sich alle Besucherinnen und Besucher von ­damals erinnern, steht noch heute da. Allerdings ist es nicht mehr das Original, sondern eine Rekonstruktion. Ribstein selbst war damals auch dort – nichts ahnend, dass er hier später mal der Chef sein würde.

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