28. Juni 2017

Der Lover meines Liebsten

Andrea liebt Marc, Marc liebt Andrea – aber nicht nur.

Fidel
«Das ist mein Platz!», King Fidel auf dem Ehebett. Foto: Marc Böhler
Lesezeit 1 Minute

Ich führe eine Dreiecksbeziehung. Unfreiwillig. Mein Freund hatte den anderen schon vor mir. Einen Schwarzen. Schon zehn Jahre sind die beiden ein Herz und eine Seele. Ich stiess erst im Sommer 2014 dazu.

Es ist nicht immer einfach. Oft erhält mein Nebenbuhler mehr Streicheleinheiten als ich. Und falls ich dann doch was abkriege, weiss er sich geschickt zwischen mich und meine Liebe zu drängen.

Auch nimmt sich dieser Typ unglaubliche Rechte heraus. Was ich mir anhören müsste, wenn ich meinen Liebsten morgens um sechs Uhr wecken würde, weil ich gerade ein kleines Hüngerchen verspüre. Er aber kann Radau machen und erhält dann prompt sein Frühstück serviert.

Einverstanden: Manchmal bin auch ich geneigt, seinem Charme zu erliegen. Der Kerl hat Augen so tief wie eine mondlose Nacht. Damit schmachtet er sein Gegenüber an, wenn nötig stundenlang. Kein Wunder, gehen fast alle vor ihm in die Knie, sogar die betagte Nachbarin.

Mein Rivale heisst Fidel. Er ist 17 Jahre alt, und wenn er mit der Ausdauer seines kubanischen Namensvetters gesegnet ist, dann wird diese Ménage-à-trois noch eine gefühlte Ewigkeit dauern. Fidel ist ein Kater – und die bisher längste Beziehung meines Partners.

Benutzer-Kommentare

Alle Kommentare anzeigen