02. Mai 2018

Der Libanon rückt näher

Es gibt wieder Direktflüge in die libanesische Hauptstadt: Grund genug, den boomenden Staat in Vorderasien zu besuchen. Hauptattraktion sind die drei «B»: Beirut, Byblos und Baalbek.

Taubenfelsen Beirut
Die Taubenfelsen (am linken Bildrand) gehören zu den wichtigsten Wahrzeichen von Beirut. Die zwei Gesteinsbrocken stehen 60 Meter hoch im Mittelmeer, ganz in der Nähe der Küste und Corniche.

Die Fluggesellschaft Germania fliegt seit eineinhalb Jahren zwei- bis dreimal wöchentlich Zürich–Beirut in rund vier Stunden (Retourbillette ab 200 Franken). Die Flugzeiten verlangen allerdings Energie: Die Ankunft erfolgt um 1.40 Uhr in der Früh, der Rückflug ab Beirut erfolgt morgens um 3 Uhr. Achtung: Schweizer Bürger dürfen im Reisepass keine Stempel aus Israel haben. Vom Flughafen Rafic Hariri in die Hauptstadt Beirut reist man am einfachsten mit einem Uber-Taxi (10 Dollar, Fahrzeit knapp 20 Minuten). Dieses ist bis zu viermal preiswerter als ein herkömmliches. Die Uber-Taxifahrer müssen genau wie ihre Berufskollegen eine Prüfung ablegen, sind also sehr zuverlässig.

Schöne Aussicht: Die Bucht vor dem Mövenpick-Hotel in Beirut

Übernachten: Das Mövenpick-Hotel (292 Zimmer ab 200 Franken, Innen- und Aussenpool, Spa, schönes Frühstücksbuffet und empfehlenswertes libanesisches Restaurant) befindet sich am Rand des Stadtzentrums von Beirut, an einer ruhigen Bucht und in der Nähe der 60 Meter hohen Taubenfelsen. Sie gehören zu den am meisten fotografierten Fotosujets im ganzen Libanon.

Das moderne Gesicht von Beirut zeigt sich an der Zaitunay Bay.

Beirut: Die Zwei-Millionen-Stadt boomt und fällt durch ihre enormen Kontraste auf: Luxuskarossen brausen entlang des Mittelmeers, während syrische Flüchtlinge auf der Suche nach Gelegenheitsjobs sind. Bürgerkriegsruinen kontrastieren mit Hochhäusern aus Glas und Stahl wie etwa an der Zaitunay Bay mit Jachthafen, neuen Läden, Cafés und Restaurants. Kontraste zeigen sich auch am Souk el Tayeb. Samstags gibt es dort in der Trablos-Strasse von 9 bis 14 Uhr einen Bauernmarkt mit vielen lokalen Produkten und neben libanesischen sogar syrische Weine. Im Hintergrund sieht man an den Häuserfronten Einschusslöcher, die auf die Zeit des libanesischen Bürgerkriegs zurückgehen.

Frisch renoviert: der Nijmeh-Platz in der Altstadt von Beirut.

Sehenswert sind auch der Nijmeh-Platz in einer Fussgängerzone und gleich daneben die griechisch-orthodoxe Kathedrale Sankt Georg und die Moschee Mohammed al-Amin. So kann es innert Minuten gleichzeitig zu Muezzinrufen und christlichen Messen in arabischer Sprache kommen. Im Libanon leben noch 36 Prozent Christen – Tendenz leicht abnehmend. Die Mehrheit stellen Muslime mit 58 Prozent. Der restliche Prozentsatz fällt auf andere Religionen.

Die Burg Gibelet gibt eine schöne Sicht auf die Umgebung von Byblos frei.

Byblos: Eine Stunde nördlich von Beirut (mit Uber-Taxi 37 Dollar) befindet sich diese 4800 Jahre alte Hafenstadt. Die Burg Gibelet gibt eine schöne Sicht auf die Bucht frei. Besuchenswert: der Hafen, der alte Souk und das «Locanda a la Granda» mit moderner libanesischer Küche. Die einzelnen Gerichte haben relativ grosse Portionen.

Der Bacchustempel gehört zu den beeindruckenden Bauwerken von Baalbek.

Baalbek: Einen Tag sollte man für einen Ausflug in die Bekaa-Ebene und die Tempelanlagen von Baalbek einplanen. Sie zählen zum Unesco-Welterbe und den am besten erhaltenen Beispielen römischer Architektur im Nahen Osten. Die Säulen des Jupitertempels sind 20 Meter hoch! Die syrische Grenze befindet sich nur ein paar Kilometer von der Ruinenstadt entfernt. Trotzdem ist der Libanon für Reisende derzeit sicher. Tipp: den Ausflug mit dem Besuch eines Weinguts kombinieren, beispielsweise jenem von Château Ksara.

Nur ein Teil der vielen Speisen, die im Em Sherif aufgetragen werden.

Essen in Beirut:Das beste libanesische Lokal der Welt ist das Em Sherif Restaurant . Es lohnt sich, den ganzen Tag nichts zu essen, denn am Abend wird während über zwei Stunden ein einheitliches Menü mit gut 30 verschiedenen Speisen zelebriert – zum Preis von 65 Dollar ohne Getränke.

Das Enab ist auch unter den Einheimischen beliebt.

Preiswerter und einfacheres libanesisches Essen gibt es im Enab an der Rue d’Arménie, wo Einheimische gern eine Wasserpfeife rauchen (in beiden Restaurants unbedingt zwei, drei Wochen im Voraus reservieren). Das dortige Quartier Mar Mikael eignet sich für den Ausgang.

Aussicht von der griechisch-orthodoxen Kathedrale Sankt Georg auf die Moschee Mohammad Al-Amin sowie eine weitere Kirche. Im Vordergrund sind Ausgrabungen zu sehen, die auf die Zeit der Römer zurückgehen.

Die Recherche dieser Reise wurde unterstützt von Germania und Mövenpick.

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