26. Juni 2017

Der Kult-Eistee aus nachhaltigem Anbau

Die Teeblätter für den Utz-Eistee der Migros, die der M-Industriebetrieb Bischofszell Nahrungsmittel AG (Bina) verwendet, stammen aus nachhaltigem Anbau. Bina-Chef Otmar Hofer hat die Teeplantagen in den Nilgiri Mountains, den Blauen Bergen, in Indien besucht.

Frauen ernten die Teeblätter
Traditionell ernten Frauen die Teeblätter.
Lesezeit 6 Minuten

Es ist heiss an diesem Juniabend. Vor allem in diesem Lausanner Bus, der im Feierabendstau stecken geblieben ist. Doch Aurélie hat vorgesorgt:
Sie zaubert eine blaue Flasche mit weissen Streifen aus ihrer Tasche. «Cool, der ist noch kalt», freut sie sich, bevor sie einige Schlucke des Eistees trinkt. Der legendäre «Kult Ice Tea» der Migros erfüllt seine Mission – den Durst der Schweiz zu stillen – seit 33 Jahren. Wir nutzen diese Gelegenheit und fragen
Aurélie, ob sie weiss, wie dieser Tee hergestellt wird. «Da steckt bestimmt ein Geheimnis dahinter», vermutet sie.

Wer dieses Geheimnis lüften will, muss nach Indien in die Nilgiri Mountains, die Blauen Berge, reisen, die im Grenzgebiet der indischen Bundesstaaten Tamil Nadu und Kerala liegen. Dort wurden die Blätter der Teepflanze Camellia Sinensis geerntet, deren Aroma Aurélie gerade geniesst. Sie ist baff: «Heisst das, dass die Migros weiss, woher jedes einzelne Teeblatt kommt?»

Pflückerin Kalaiselvi

Pflückerin Kalaiselvi steht am Anfang der langen Reise des Migros-Eistees.

Genauso ist es. Der M-Industriebetrieb Bischofszell Nahrungsmittel AG (Bina), dessen Eistee-Marktanteil in der Schweiz bei 50 Prozent liegt, produziert den Ice Tea mit echten Teeblättern ohne Konzentrat und Konservierungsstoffe. Die Teeblätter ziehen ganz einfach in warmem Wasser.

Die Bina stellt sicher, dass der Tee zu 100 Prozent aus nachhaltigem Anbau stammt, UTZ-zertifiziert ist und von Lieferanten bezogen wird, mit denen das Unternehmen partnerschaftlich zusammenarbeitet (mehr Infos dazu auf Seite 39). Bina-Geschäftsführer Otmar Hofer hat seinen Lieferanten in Indien erst vor Kurzem besucht. «Und? Wie ist es dort?», möchte Aurélie wissen.

Marienkäfer als Schädlingsbekämpfer

Man stelle sich mächtige, mit grünen Büschen gespickte Hügel vor, auf denen einige Bäume wohltuenden Schatten spenden. Hier auf den Chamraj-Tea-Estate-Plantagen ist die Luft kühl, da die brütende Hitze der indischen Ebenen nicht bis zu den Blauen Bergen auf 2500 Meter Höhe aufsteigt. Zu Zeiten des britischen Weltreichs reisten die Offiziere hierher, um die Kühle zu geniessen und in den dichten Wäldern zu jagen. Inzwischen haben die indischen Bewohner die Tiere unter Schutz gestellt und die alten englischen Clubs, die Herrenhäuser, die Wälder und vor allem die Teeplantagen längst in ihren Besitz genommen.

Pflückerin Kalaiselvi

Nur die Blätter und Knospen der neuen Teetriebe werden gepflückt.

Und sie haben eine zentrale Entdeckung gemacht. «Wir haben festgestellt, dass der Tee qualitativ besser ist, wenn wir seine natürliche Umwelt respektieren», sagt Durga Hedge, der Plantagendirektor. «Ausserdem leben in den Bäumen Vögel und unzählige Marienkäfer. Weil weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt wurden, konnten sich diese Tiere, die sich von schädlichen Insekten und Blattläusen ernähren, entwickeln.»

Zu den besten Freunden des Tees zählen auch Spinnen, die den Schädlingen das Leben schwer machen. Den Teepflückerinnen sind die Marienkäfer natürlich lieber. Trotzdem freuen sie sich über diese Rückbesinnung auf die Natur. Sie pflücken den Tee von auf einen Meter gestutzten Sträuchern. In der Wildnis können Teesträucher bis zu fünf Meter hoch werden. Geerntet wird das, was absteht: in der Regel eine Knospe mit zwei bis drei Blättern.

Faire Löhne und medizinische Versorgung

Zu den positiven Rahmenbedingungen, die von der Chamraj Tea Estate geschaffen wurden und unter anderem von der Bina und dem Label UTZ Certified unterstützt werden, gehören nicht nur bessere Produktionsmethoden, die Förderung von Biodiversität und die sinnvolle Nutzung von Böden, Düngemitteln und Wasser.

Auch sichere Arbeitsbedingungen, Mindestlohn, ein Rentenplan und die medizinische Versorgung für die Mitarbeiter und ihre Familien sind gewährleistet. «Die Zusammenarbeit mit der Chamraj Tea Estate stellt uns in allen Punkten zufrieden», so Otmar Hofer. «Seitdem wir nur noch zertifizierten Eistee produzieren, ist das Unternehmen unser Alleinlieferant. Was dort getan wird, ist beeindruckend und geht in die richtige Richtung.»

Pflückerin Kalaiselvi

Durga Hedge, Direktor der Chamraj Tea Company, und Bina-Chef Otmar Hofer mit Kindern des Waisenhauses, das mit der Unterstützung der beiden Unternehmen betrieben wird.

Ein Spital, ein Waisenhaus, zwei Schulen sowie ein Gymnasium wurden bereits gegründet. «Einige unserer Schüler und Studenten sind Ärzte oder Ingenieure geworden und zum Arbeiten in die USA und nach Europa gegangen», erklärt ein Gesellschaftspartner von Durga Hedge stolz.
Das wäre auch für den 20-jährigen Kumeresh möglich, der die Verantwortlichen der Bina beim Besuch des Waisenhauses begleitet hat. «Heute studiere ich Informatik an der Universität. Dieses Glück verdanke ich dem Umstand, dass ich als Kind in diesem Waisenhaus aufgenommen wurde», sagt er.

Als wir am Ende der Geschichte angekommen sind, hat Aurélie ihre Flasche Ice Tea ausgetrunken. Sie staunt: «Ich hätte nie vermutet, was alles hinter einem Schluck meines Ice Tea steckt.»

VOM BLATT ZUM EISTEE

Es dauert mehrere Jahre, bis ein kleiner Teesteckling zu einem Strauch mit Knospen heranwächst, aus denen letztlich die Teeblätter treiben. Nachdem die Blätter sorgfältig gepflückt, gerollt, fermentiert und getrocknet worden sind, treten sie ihre fast 10'000 Kilometer lange Reise aus den Blauen Bergen in Indien bis in die Thurgauer Kleinstadt Bischofszell an. Dort entfalten sie dann ihr Aroma im Ice Tea der Migros.

UTZ steht für nachhaltigen Anbau von Kaffee, Kakao, Tee und Haselnüssen als auch für bessere Zukunftsaussichten der Bauern und von deren Familien sowie für unsere Umwelt.

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehört auch der Ice Tea.

Die Migros ist mit Ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit.

DIE ICE-TEA-SORTEN DER MIGROS
Standard: der Zuckerreduzierte (2 g Zucker/Deziliter)
Der Zuckerfreie: enthält nur Süssstoff statt Zucker
Der Ungesüsste:

Die Ice-Tea-Produkte der Migros

Grosse Bäume spenden Schatten

Grosse Bäume spenden Schatten und bieten nützlichen Insekten und Vögeln ein Zuhause.

Text: Tristan Cerf / Fotos: Véronique Hoegger

Benutzer-Kommentare