28. Mai 2018

Der Budget-Bolide

Mit gerade mal zehn Franken haben angehende Ingenieure einen Mini-Rennwagen gebaut, der schneller beschleunigt als ein Formel-1-Auto. Das Besondere: Die Bauteile für den Antrieb stammen aus der Migros.

Adrian Rosenast, Patrick Rüsi, Siro Preuss, Pascal Steinmann und Simon Keller mit ihren Rennwagen
Kreativ: Adrian Rosenast, Patrick Rüsi, Siro Preuss, Pascal Steinmann und Simon Keller mit ihren Rennwagen (v.l.n.r.)
Lesezeit 2 Minuten

Einen Mini-Rennwagen bauen mit einem Budget von maximal zehn Franken und Bauteilen aus der Migros: Mit dieser Herausforderung sahen sich die angehenden Systemtechnik-Ingenieure der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften in Winterthur (ZHAW) konfrontiert.

Michael Wüthrich, Dozent für mechatronische Produktentwicklung, hat seine Studierenden die knifflige Aufgabe als Semesterprojekt lösen lassen. «Im ersten Semester haben die Studenten noch wenig Fachwissen. Bei dieser Aufgabe stand deshalb die Suche nach einer kreativen Lösung im Mittelpunkt», sagt er. «Sie sollten ihr Ziel mit kleinem Budget und Alltagskomponenten erreichen.» Das Chassis, die Achsen, die Räder und Bauteile wie Schrauben durften die Studenten aus dem ZHAW-Fundus verwenden. Den Antrieb mussten sie aus Komponenten zusammenbauen, die in der Migros erhältlich sind.

Rahmbläserkapseln als Antrieb

Zehn Teams machten sich auf die Suche nach der besten Lösung. Sie nutzten Schwungräder, Gummiseile und PET-Flaschen für einen Antrieb mit Luft- und Wasserdruck. Besonders kreativ zeigte sich das Team ING um Teamleiter Adrian Rosenast. Mit einer groben Idee gingen er und seine Kollegen Patrick Rüsi, Siro Preuss, Pascal Steinmann und Simon Keller in der Migros einkaufen. «Ein Antrieb mit Luft und Wasser war uns zu langweilig», sagt Rosenast. «Bei unserem Rennwagen sorgen deshalb Rahmbläserkapseln für den Vortrieb.» In der Werkstatt der ZHAW machten sie sich ans Werk.

Fünf Prototypen und einige Fehlschläge später war ihr Rennwagen fertig. «Am Heck haben wir drei Rahmbläserkapseln befestigt. Ein gespanntes Gummiseil schiebt einen Laufbock – eine Art Schlitten – nach hinten und drückt die Kapseln auf drei Metallstifte», so Rosenast. Das Resultat kann sich sehen lassen: Mit einem Zischen und einer Nebelwolke entweicht das Gas aus den Kapseln, und der Rennwagen schiesst davon. Rosenast und seine Kollegen sind beim Abschlussrennen Fünfte geworden. Dennoch sind sie zufrieden: «Wir waren die Schnellsten unter den Teams, die ohne Wasser- und Luftdruck gearbeitet haben.» Und der Einsatz hat sich gelohnt: Die Arbeit wurde mit Note 5 bewertet.

  • master

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