03. Oktober 2018

Den Massen in Dubrovnik ausweichen

Die südkroatische Stadt Dubrovnik erlebt einen noch nie dagewesenen Touristenboom. Eine Anleitung, wie man die Massen umgeht und so die Stadt geniessen kann.

Dubrovnik
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Will man Dubrovnik in Ruhe entdecken, ist gutes Timing nötig.

Jährlich besuchen über 740 000 Kreuzfahrtpassagiere die zum Unesco-Weltkulturerbe zählende Altstadt von Dubrovnik – vor allem zwischen Mai und Anfang Oktober. Dazu kommen Touristen, die mit dem Flugzeug oder Auto anreisen. Besonders viele Reisende hat es donnerstags und samstags von 10 bis 14 Uhr, weil dann die ganz grossen Kreuzfahrtschiffe anlegen. Dann sollte man bis Anfang Oktober der Altstadt fernbleiben. Tipp: Die Stadt ausserhalb der Saison besuchen oder an anderen Wochentagen, und zwar vor 10 Uhr oder am Nachmittag. Im Oktober ist es noch immer gut 20 Grad warm, Regen allerdings nicht ausgeschlossen.

Dubrovniks Altstadt
Ein Gang auf der Stadtmauer sorgt für andere Perspektiven auf Dubrovniks Altstadt.

Die Altstadt: Ein Spaziergang auf der rund zwei Kilometer langen Stadtmauer aus dem 16. Jahrhundert ist ein Muss (geöffnet von 8 bis 18.30 Uhr). Der schweisstreibende Spass kostet 150 Kroatische Kuna (ca. 23 Franken)! Beeindruckend sind die barocke Kirche des Heiligen Blasius und der gotische Rektorenpalast, der heute ein Museum ist. Die Fussgängermeile Stradun lockt mit Läden und Restaurants. In der Altstadt leben inzwischen weniger als 700 Einheimische. Viele Wohnungen sind im Besitz von Ausländern. Kroatien ist EU-Mitglied mit eigener Währung.

Restaurant 360 in Dubrovnik
Die beste Adresse über der Altstadt von Dubrovnik: das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Restaurant 360. Auch die Aussicht ist ein spezielles Erlebnis.

Die besten Restaurants: Über der Altstadt befindet sich das von März bis November geöffnete Restaurant 360 mit 70 Weinen im Offenausschank (Tipp: weissen Rukatac vom Gut Sladić bestellen!). Küchenchef Marijo Curić ist in Dubrovnik aufgewachsen und hat einen Michelin-Stern. Ein Dreigänger kostet gut 90 Franken. Wer es traditionell mag, fährt 40 Minuten Richtung Süden nach Konavle zum Agrotourismus der Familie Monković. Für den Eintopf Peka mit Kartoffeln, Lamm und Rind bezahlt man umgerechnet 14 Franken.

Festungsmauer in Ston
Ston besitzt die längste Festungsmauer nach jener in China.

Ausflug: Gut eine Stunde nördlich von Dubrovnik befindet sich das Städtchen Ston mit der längsten Festungsmauer Europas. Sie ist entstanden, als Ston noch Teil der Republik Ragusa (Dubrovnik) war. Ende September findet jeweils der Ston Wall Marathon statt. Von hier kommt qualitativ hochstehendes Salz, in der Bucht der Nachbargemeinde Mali Ston werden Austern und Miesmuscheln kultiviert.

Ausserhalb von Ston und direkt am Meer steht das exzellente Restaurant Gastro Mare , in dem der einheimische Küchenchef und Fischer Toni jeden Tag ein anderes Menü kreiert – je nachdem, was in seinem Netz landet. Promis wie Bill Gates, Julia Roberts oder Weltfussballer Luka Modrić lieben seine lokale und ehrliche Küche (Mai bis Anfang Oktober). Ab Dubrovnik verkehren regelmässig preiswerte Linienbusse nach Ston.

Restaurant Gastro Mare, Ston
Küchenchef Toni in seinem Element: die offene Küche des hervorragenden Restaurants Gastro Mare, das an einer Bucht liegt.

Wein: Kroatische Weine sind ein Geheimtipp. In den Hügeln von Ston setzen die Brüder Ivan und Josip Miloš fast ausschliesslich auf die kroatische Traube Plavac Mali, die in den Südhängen reifen.

Ivan und Josip Miloš vom Weingut Rizman, Bosnien
Die Brüder Ivan und Josip Miloš sorgen für kräftige Rotweine.

Nördlich von Ston lagert man im Weingut Rizman den weissen Nonno Pošip im Eichenfass. Wer Wein nicht mag, ergötzt sich hier am Bioolivenöl oder an der wunderschönen Aussicht. Achtung: Auf dem Weg zum Weingut durchquert man die Grenze zu Bosnien – Ausweise nicht vergessen!

Rebberge des Weinguts Rizman, BosnienRizman
Knapp zwei Fahrstunden nördlich von Dubrovnik befinden sich die Rebberge des Weinguts Rizman. Man geniesst einen herrlichen Ausblick auf die Adria.

Übernachten: Vier Kilometer ausserhalb der Altstadt befindet sich das ruhig gelegene Dubrovnik Palace mit grossem Pool und eigenem Meeranstoss. In Fussdistanz zum Hotel liegt die Halbinsel Babin Kuk mit Restaurants und weiteren Unterkünften und viel weniger Touristen als in der Altstadt. Überzeugt haben das mediterrane Lokal Levanat und die Cave Bar More - mit viel weniger Touristen als in Dubrovniks Altstadt.

Anreise: Dubrovnik wird zur Sommerzeit von Edelweiss Air und Croatia Airlines nonstop ab Zürich angeflogen, von EasyJet ab Basel. Ganzjährig bestehen Alternativen via Zagreb (Croatia Airlines) oder Wien (Austrian Airlines).

Sonnenuntergang über dem Hotel Dubrovnik Palace
Vier Kilometer ausserhalb von Dubrovniks Altstadt befindet sich das Hotel Dubrovnik Palace. Es ist ideal gelegen, um sich von den Touristenmassen zu erholen.

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