21. Dezember 2017

Das Huawei MateBook X im Test

Handyhersteller Huawei feiert mit dem leichten MateBook X eine gelungene Notebook-Premiere. Der chinesische Bolide tritt in direkten Konkurrenzkampf mit MacBook Air von Apple.

Huawei MateBook X ist ein Laptop der edlen Sorte
Ein Laptop der edlen Sorte: Huaweis MateBook X.
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Ob Huawei einen Blick nach Kalifornien geworfen hat, als es sein erstes Notebook designte? Die Ähnlichkeit des MateBooks mit dem MacBook ist jedenfalls nicht zu übersehen. Genau wie das Gerät aus dem Apfelkonzern steckt dasjenige von Huawei in einer dünnen, schicken Alu-Hülle. Und auch der Laptop selbst ist (ebenfalls) enorm reduziert gestaltet und verfügt beispielsweise nur über einen Ein-/Aus-Schalter sowie zwei USB-C-Anschlüsse.

Einerseits kommt das rund DIN-A4-grosse MateBook X dadurch auf ein Kampfgewicht von gerade mal einem Kilogramm und kann so problemlos überallhin mitgenommen werden; andererseits bietet es kaum Spielraum, was das Anschliessen von externen Geräten angeht. Erstens gibts kaum Peripherie mit USB-C-Steckern, und zweitens wird zwar eine Dockingstation mitgeliefert, aber diese hat nur einen einzigen USB-Anschluss.

Wer sich mobiles Arbeiten gewöhnt ist, wird sich daran allerdings kaum stören. Schade ist nur, dass das Touchpad qualitativ schlechter ist als das der Konkurrenz. Stimmig ist dafür die Tastatur mit angenehmen Tasten und optimalem Druckpunkt.

Ein klassischer Bürorenner

Die Prädikate «gut» und «schlecht» erhält das Display. Warum? Es bietet ohne Frage eine hohe Bildqualität mit starkem Kontrast und scharfer Darstellung, zum Beispiel was die Anzeige von Bildern, Videos oder grafiklastigen Websites angeht. Aber der 13-Zoll-Bildschirm spiegelt stark, was in stark beleuchteten Räumen und unter Sonnenlicht beim Lesen und Schreiben stört. Schade: Eigentlich ist es mit seinem Seitenverhältnis von 3:2 optimal aufs Büro ausgerichtet und hätte dementsprechend eine matte Anzeige verdient gehabt.

Auch bei der Ausstattung zeigt Huawei, dass es sein MateBook X eher im Office- als im Freizeitsegment ansiedelt. Zwar verfügt es dank neustem Intel-Chip und schneller SSD-Festplatte über genügend Power für rechenintensive Arbeiten wie Bild- und Videobearbeitung, aber der verbaute Grafikchip ist zu schwach für moderne Computerspiele. Sehr gelungen ist dafür die Lärmentwicklung des Notebooks, die eigentlich Nicht-Lärmentwicklung heissen müsste. Tatsächlich kommt das Gerät ohne Lüfter aus und arbeitet deshalb auch bei hoher Belastung quasi geräuschlos.

Fazit: Überraschende Etikette

Das Huawei MateBook X ist ein fast rundum gelungenes Gerät. Konzipiert ist es hauptsächlich für den Einsatz in und ums Büro. Einfach gesagt: Spass machen soll vor allem seine Optik und weniger das, was damit gemacht wird. Das gelingt dank des Designs und der sauberen Verarbeitung des Geräts auf der ganzen Linie, mit einem kleinen Tolggen im Reinheft, weil das Display stark spiegelt. Überraschend ist somit weniger seine «Etikette», aber das Etikett, auf dem der Preis geschrieben steht. Anders als seine Smartphones etabliert der chinesische Konzern das Gerät nicht am unteren, sondern am oberen Ende des Preissegments. 1600 Franken sind – trotz allem – happig.

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