07. November 2017

Das grosse Lauben

Mit den ersten Nachtfrösten gehts auch mit dem Laub bergab. Die Blätterhaufen sind Fluch wie Segen.

Laub
Viel Gutes kommt von oben – manchmal sogar zu viel des Guten!
Lesezeit 2 Minuten

Dieser Herbsttage sehe ich haufenweise Menschen, die ihre Laubhaufen via grüne Tonne entsorgen. Was sehr schade ist, sind die fallenden Blätter doch nicht nur Fluch, sondern auch Segen. Herbstlaub liefert durch seine Verrottung nämlich viele wichtige Nährstoffe. Dazu wirkt es als Mulch- und Isolierschicht, beispielsweise unter Hecken, Bäumen und Stauden.

Für manche Pflanzen können die anfallenden Laubberge aber auch ein Zuviel des Guten werden: Immergrünes wie Lavendel, Thymian oder Salbei droht unter einer Laubschicht regelrecht zu ersticken. Besonders gross ist die Gefahr in regennassen Wintern, wenn die Blätter zu einer luftdichten Schicht verpappen. Entfernt drum angewehtes Laub laufend. Das gilt übrigens auch für den Rasen.

Montbretie, Wildgladiole, Freilandfuchsie, aber auch viele Zwiebelblumen wiederum schätzen eine Laubdecke gegen die Kälte. Hab ich grad keine Lust auf Handarbeit, schnapp ich mir den Rasenmäher: Von diesem zerkleinert, kann das Laub dünn auf den abgeernteten Gemüsebeeten ausgebracht werden, wo es von Bodenlebewesen fortlaufend zersetzt wird.

Laubkompost ergibt eine vorzügliche Gartenerde. Am einfachsten geht das in einem Drahtsilo - innert Jahresfrist ist der Kompost reif. Besonders wertvoll sind neben den Blättern von Obstbäumen diejenigen von Holunder, Hainbuche, Haselnuss und Esche, da diese stickstoffreich sind. Walnuss-, Platanen- und Eichenlaub hingegen enthält viel Gerbstoff, den die meisten Pflanzen nicht vertragen. Ausnahmen von der Regel sind die klassischen Moorbeetpflanzen wie Heidelbeere und Rhododendron. Ein Grossteil des Chriesibaumlaubs wird im Lauf des Winters übrigens von unseren beiden Hasen vertilgt – als Vorratsbehälter dienen luftige Weidenkörbe.

Immergrüne Gehölze wie Buchs oder Koniferen leiden in Töpfen und bei sonnig-kaltem Wetter rasch an Wassermangel. Auch hier kann (trockenes!) Laub hilfreich sein: Pack die Töpfe in Jutesäcke und stopf diese mit Laub aus. Hübsch sieht auch ein mit Laub gefülltes, um den Topf geschlungenes Gitter aus Hasendraht aus – vor allem wenn du verschiedenfarbige Blätter verwendest. Laub schützt Topfpflanzen übrigens nicht nur vor der Verdunstung, sondern auch vor kalten Füssen sprich Wurzeln.

Igelhaus
Im Laub lässt es sich übrigens auch gut mützen!

In diesen Tagen machen sich die Igel auf die Suche nach einem Schlafplatz. Ein mit Ästen fixierter Laubhaufen bietet Schutz in der kalten Jahreszeit. In meinem Garten steht ein selbstgebautes Igelhaus: Auch hier kommt (trockenes!) Laub zum Einsatz, kombiniert mit etwas Stroh.

Wahre Garten- und Naturfreunde verzichten möglichst auf die oft sehr lauten und abgasintensiven Laubbläser: Anders als der klassische Laubbesen wirbeln diese nämlich nicht nur Schimmelpilzsporen auf, sondern verletzen oder töten Käfer, Spinnen, Frösche, Nager und selbst Igel. Am besten nimmst du das Laubrechen von der sportlichen Seite!

Mehr über Almut Berger erfährst du im Video

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