29. August 2017

Daddys not-so-cool

Wenn Väter ihren Büro-Ehrgeiz mit nach Hause nehmen, macht sich das auch auf Spielplätzen bemerkbar. Dann werden sie zu Motivationsmonstern. Dabei nützt das gar nichts.

Ist die Hürde noch zu hoch, dann macht das nichts. Übersprungen wird sie so oder so - früher oder später
Ist die Hürde noch zu hoch, dann macht das nichts. Übersprungen wird sie so oder so - früher oder später (Bild: Pixabay).
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Das Leben ist für viele Menschen ein ständiger Wettkampf. «Höher, schneller, weiter»! Scheinbar packt der Olympische Geist auch viele Eltern, wenn sie ihre Sprösslinge über den Spielplatz jagen. Klettergerüst rauf, Rutschbahn runter. Zack, zack, zack!

Erst kürzlich beobachtete ein anderer Vater, wie sich einer meiner Söhne allein die Leiter bei der Rutschbahn hinaufmühte. Der staunende Papi konnte fast nicht mehr wegsehen – womöglich hatte seine Tochter Ähnliches noch nicht zustande gebracht. «Bis jetzt!», dachte er sich vielleicht und schritt zur Tat. Keine fünf Minuten später stand er nämlich mit ihr unten an der gleichen Stiege, übte das Klettern und beklatschte jede geschaffte Stufe frenetisch.

Vergleichen ist wichtig, das verstehe ich. Es ist wichtig, um Fortschritte zu erzielen und sich zu verbessern, egal in welchem Bereich. Menschen vergleichen sich deshalb tagtäglich. Sei es in der Schule, im Sport, im Job oder beim Wetteifern um das schönste Selfie auf Instagram. Auch ich, manchmal.

Nur finde ich: Je später ein Mensch mit dem ständigen Sich-Vergleichen anfangen muss, desto besser. Jedes Kind sollte sich in seinem Tempo entwickeln dürfen, da Fortschritte machen dürfen, wo es will, und auch dort etwas langsamer sein, wo es will. Zum Beispiel, wenn es am Klettern weniger interessiert ist.

Und auch wenn die eigenen Kinder halt mal etwas später als Nachbars Nachwuchs aufstehen, laufen, sprechen, klettern, schreiben oder rechnen, dann ist das halt so. Darob geht die Welt nicht unter, und zu Sonderschülern werden sie wahrscheinlich auch nicht.

Darum:

Wie sollten Eltern reagieren, wenn das eigene Kind etwas langsamer als Gleichaltrige ist?

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