16. Februar 2018

Crypto Kitties

Warum einen analogen Kater durchfüttern, wenn es auch digitale Kätzchen gibt? Und man mit denen erst noch Geld verdienen kann!

Crypto Kitties
Digitale Panini-Bildchen mit Katzenmotiv: Je seltener die Eigenschaften des Kryptokätzchens, desto wertvoller ist es. (Bild: Cryptokitties.co)
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Ich dachte, ich hätte eine super Idee: Crypto Kitties. Mein Liebster ist schliesslich ein Internaut der ersten Stunde und war schon 1995 im Cyber Space unterwegs, was damals einem Papierblatt namens «Cash» sogar einen Artikel wert war.

Crypto Kitties sind sozusagen die neueste Idee aus der Welt der Bits and Bytes. Sie sind eine Art virtuelle Panini-Bildchen, die als farbige Kätzchen daherkommen. Sie verschmutzen die Wohnung nicht, ihr Futter stinkt nicht und sie sitzen nicht auf die Tastatur, wenn man gerade noch ein dringendes Mail zu schreiben hat. Und last, but not least: Man kann sogar Geld mit ihnen verdienen.

Die User können die Katzen kaufen, verkaufen oder miteinander paaren. Jedes Kätzchen ist einmalig und hat einen Wert in der Kryptowährung Ether. Der Wert ergibt sich aus verschiedenen Faktoren wie der Farbe oder der Musterung. Dabei gilt: Kätzchen mit seltenen Eigenschaften kosten in der Regel mehr. Preistreibend ist auch das Alter, weil die Senioren unter den Kitties rar sind.

Genesis, das erste Crytpo Kitty überhaupt, wechselte Anfang Dezember 2017 für 246 Ether den Besitzer. Das entsprach damals rund 100'000 Euro. Der Wert hat sich inzwischen mindestens verdoppelt.

Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass das Tierchen erst ein paar Monate alt ist. Kater Fidel bringt 17 Lebensjahre mit. Zu schade, lässt er sich nicht in ein digitales Kätzchen verwandeln.

So oder so: Ich habe also versucht, meinen Liebsten für die Katzen aus der Null-und-eins-Welt zu begeistern. Aber er hat mir die Idee wieder ausgetrieben.

Sein Argument: Als Kryptokatzenzüchter würde er weit mehr Zeit vor dem Computer verbringen, als er heute für das Verwöhnen seines analogen Katers aufwende, schliesslich müsse er sich erst über die seltenen Gene schlaumachen und den Kurs der schwankenden Kryptowährung ständig im Auge behalten. Zudem wisse ich ja, Katzen seien launisch – und damit unberechenbar.

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