04. Oktober 2017

Brave New World

Brave New Girl mag keine Veränderungen – und geht nichtsdestotrotz den Weg ins Ungewisse.

Fantasiewelt
Hinterm Horizont gehts weiter, wohin auch immer. (Bild: Pixabay.com)

Es geht durchschnittlich zwei Tage, bis mein Handy irgendein App-Update von mir will. Und eine Saison, bis Frauenmagazine mir ein Update meiner Garderobe diktieren. Ich hasse beides. Weil ich Veränderungen nicht mag.

Ich mag es nicht, wenn auf meinem Handy plötzlich alles anders aussieht. Ich mag es auch nicht, wenn ich Dinge nicht mehr finde. Ich will meinen Joghurt nicht in einer optimierten Geschmacksrichtung, und die neuen Banknoten finde ich abscheulich.

Neulich las ich, das sei symptomatisch für meine Generation. Weil die einzige Trotzreaktion auf ständig Neues nur das Festhalten an Beständigem sein kann. Während unsere Eltern gegen ihre Spiessereltern rebellierten, rebellieren wir gegen unsere Erzeuger mit Spiessertum.

Aber der Welt ist es eigentlich egal, was ich will. Und das ist gut so. Ich kann mich nicht ewig an Altem festhalten. Neues kommt nur dann, wenn Altes Platz freigeräumt hat. «Change is a thing you can count on», singt Popgöttin Miley Cyrus auf ihrem aktuellen Album. Die Frau hat recht.

Der einzig sinnvolle Weg ist der ins Ungewisse. Zu neuen Herausforderungen, Haarfarben, Mitbewohnern, Jobs, Dates, System-Updates. Und sich dabei wünschen, dass andere vielleicht auch ein bisschen offener wären. Dass sie sich auch ein bisschen weniger an veralteten Werten festhalten würden.

Weil es ohne eine Brave New World nämlich auch keinen Platz gibt für ein Brave New Girl.

Benutzer-Kommentare