17. Mai 2019

Biodiversität: Jeder Quadratzentimeter zählt

Alle können einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten. Wir haben Vorschläge für jedes Zeitbudget und jede Grösse der Grünfläche zusammengestellt.

Biodiverse Wiese (Bild: Hikaru/Pixabay)
Lesezeit 3 Minuten

In 5 Minuten

Igel und Co.

Damit Kleintiere im Garten Unterschlupf finden, empfiehlt das Bundesamt für Umwelt, im Herbst Holz- und Asthaufen liegen zu lassen. Darin können unter anderem Igel überwintern. Im Frühling und Sommer verkriechen sich Eidechsen, Ameisen und ­Käfer gern in Stein- und Holzhaufen. Je wilder ein Garten ist, desto mehr Lebensraum bietet er kleinen Tieren. Hier geht es zur Anleitung zu einem selbstgebauten Igelhaus

Igel können sich in Ast- und Holzhaufen verstecken und überwintern (Getty Image).
Igel können sich in Ast- und Holzhaufen verstecken und überwintern (Getty Image).

Wiesenblumen

Ein sauber getrimmter Rasen zieht keine Tiere an. Eine Wildblumenwiese bietet Wildbienen und Schmetterlingen jede Menge Nahrung. Samen für eine Wildblumenwiese tragen Namen wie «Bienenweide» oder «Wiesenwucherblumen». Eine praktische Sache sind fertige Pflanzenziegel. Man findet Sie nach Verfügbarkeit ausschliesslich bei Do it + Garden Filialen.

Insekten

Um die Biodiversität zu fördern, braucht man keinen Garten. Für den Balkon und sogar das Fenstersims kann man schöne Blumen pflanzen und säen, an denen Schmetterlinge und Bienen Nahrung finden. Setzlinge und Samen sind mit dem Stichwort bienenfreundlich gekennzeichnet. Das sind zum Beispiel Begonien, Löwenmaul, Dahlien, Phlox oder Herbstanemonen. Eine ganze Liste von geeigneten Blumen haben die Gärtner von Do it + Garden Migros zusammengestellt.

Darauf stehen Schmetterlinge und andere Insekten: Die Gaillardia, auch Kokardenblume genannt.
Darauf stehen Schmetterlinge und andere Insekten: Die Gaillardia, auch Kokardenblume genannt.

Heimisch oder invasiv?

Für die Biodiversität spielt die Herkunft der Pflanzen eine grosse Rolle. Welche Blumen und Sträucher in welcher Region heimisch sind, erfährt man unter floretia.ch.

In 30 Minuten

Raupen

Wie erklärt man Kindern die Wunder der Natur? Zum Beispiel mit einem Raupenkasten. Darin wachsen Larven zu Schmetterlingen heran. Damit man diese Entwicklung mitverfolgen kann, bietet der Kasten Einblick. Einen besonders schönen Bausatz gibts unter raupenkasten.ch.

Im Raupenkasten können Kinder die Verpuppung zum Schmetterling beobachten. (Bild: Raupenkasten.ch)
Im Raupenkasten können Kinder die Verpuppung zum Schmetterling beobachten. (Bild: Raupenkasten.ch)

Bienen

Wildbienen finden in der urbanen Umgebung keine Nistplätze mehr und haben Mühe beim Überwintern. Deshalb gibt es Wildbienenhotels, die den Bestand dieser Tiere sichern helfen. Diese Häuschen können auch auf dem Balkon aufgestellt werden. Keine Angst: Wildbienen sind an menschlichen Lebensmitteln weniger interessiert. Wichtig ist, dass das Bienenhotel einigermassen vor der Witterung geschützt ist.

In 4 Stunden

Glühwürmchen

Viele kleine Tiere sind schwierig zu beobachten. Mit kleinen Tricks gelingt es trotzdem – auch mit Kindern. Das Tier des Jahres, das Glühwürmchen, lässt sich mit einer selbst gebastelten Falle aus einer halbierten PET-Flasche und einem kleinen LED-Licht einfangen und betrachten. Die Konstruktion simuliert ein Weibchen und lockt Männchen an.

Eine Glühwürmchenfalle kann man ganz leicht selber basteln.

1. Halbiere eine PET-Flasche mit einem Messer oder mit einer Schere.
2. Bohre ein kleines Loch in den Boden der PET-Flasche.
3. Steck ein kleines LED-Licht in die gebohrte Öffnung.
4. Entferne den Deckel am oberen Teil der PET-Flasche (beim Ausguss) und stecke diesen Teil umgedreht in den unteren Teil.
5. Stelle das LED-Licht an und warte, bis die Glühwürmchen kommen.

Nach dem Beobachten die Glühwürmchen wieder fliegen lassen!

In einem Tag

Auf Pirsch

Nirgends lernt man die Artenvielfalt in der Schweiz besser kennen als beim Wandern und Spazieren. In Dietikon ZH erklärt zurzeit die Ausstellung (G)Artenvielfalt – ohne invasive Neophyten auf 2500 Quadratmetern die heimischen Pflanzen. Die Kinder können auf einem Globi-Rundgang spielerisch etwas über Biodiversität lernen.

Mit Globi lernen: Zum Beispiel auf dem Lehrpfad «Gartenvielfalt»

Buch

Das neueste Globi-Buch ­beschäftigt sich mit der Artenvielfalt. «Globi und die neuen Arten» erzählt die Geschichte von Pflanzen- und Tierarten, die von Menschen an neue Orte getragen werden und da manchmal Probleme verursachen.

In 3 Jahren

Die Stadt vergrünen

Wer sich über längere Zeit für die Biodiversität einsetzen möchte, kann etwa in der Stadt Basel eine Patenschaft für Baumrabatten übernehmen und Blumen setzen. Andere Gemeinden bieten Ähnliches an. Am besten ­erkundigt man sich bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung.

Einige Baumscheiben in der Schweiz darf die Bevölkerung bepflanzen und pflegen.

Erfolg vermelden

Einen Holzhaufen liegen gelassen? Wildbienen beherbergt? Wildblumen gepflanzt? So gewonnene Flächen kann man im Projekt missionb.ch des Schweizer Fernsehens eintragen und damit Teil der «Mission B» werden. Weitere Infos unter doitgarden.ch und unter Mission B.

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