Leser-Beitrag
07. Dezember 2017

Bim Grosi und bim Grossvater

Eine Erinnerung an die Jugend in Höri (bei Bülach ZH)

Das Haus von Albrecht Remos Grosseltern

In diesem Haus erlebten mein vier Jahr jüngerer Bruder und ich (Jahrgänge 1968 und 1972) in den 1970ern und frühen 1980ern die schönste Zeit unserer Jugend. Knapp 400 Meter von unserer Wohnung entfernt hatten unsere Grosseltern diesen Bauernhof. Ich wohne heute einen Steinwurf davon entfernt.

Unser Zimmer war oben links (die Mäuse rannten in der Nacht über den Zimmerboden, einfach nicht daran denken, wenn man im Bett lag), das Bad bestand aus einer Brause in der Waschküche, aufs WC musste man nach draussen, bis heute...

Wir marschierten jeweils in den Schulferien mit dem Koffer bepackt in den Sunnebüehl und halfen mit, wo wir nur konnten: Traktorfahren auf und ins Feld, da unser Grossvater bis am Schluss ausschliesslich mit dem Ross, dem Walli, den Kunstdünger ausfuhr, im Herbst tageweise Ãpfel auflesen im Bungert gehörte dazu, der Most schmeckte einfach unvergleichlich!
Mit den Nachbarsjungen am Abend Räuber und Poli spielen, oder wir richteten im ehemaligen Hühnerhaus unser Clubhaus ein, wo wir so manche fantasievolle Piratenschacht gewonnen haben.

Doch das Tollste, war, wenn unser Grosi nach ihrem grossen Freitagseinkauf in der Migros Bülach nach Hause kam: zwei Schachteln waren immer dabei. Nämlich die mit den für uns zuhause unerschwinglichen Canapés (mein Favorit war das mit dem Sellerie) und die andere Schachtel mit den Süssigkeiten. da gab es vom Cornet über das Diplomat(-Stück) bis zur Punschkugel einfach alles! Ein Traum!
Tja, bis alles aus den Taschen ausgepackt war, warteten wir bereits auf die Süssigkeiten, da kam auch der Grossvater in die rauchgeschwängerte Küche und suchte sich sein Stück aus. In der Stube wurde dann jeden Freitag genüsslich das Wochenende eingeläutet, bei einem Kaffee etc.!
Unvergessliche Stunden und Erinnerungen sind verbunden mit einer Zeit, die knapp 40 Jahre zurückliegt und so auch nie mehr kommen wird.

Mit Wehmut denke ich an eine tolle Zeit zurück, kein Computer, kein Natel, aber wir waren trotzdem froh und glücklich. Diese Erinnerungen, auf die wir stolz und glücklich zurück blicken dürfen, lassen schon ab und zu eine Träne fliessen, aber nur eine Träne.

Danke, liebes Migros-Magazin für diese Jugenderinnerungen, danke liebe Eltern und vor allem ein grosses Danke an Grosi und Grossvater!
Remo Albrecht

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