24. Juni 2013

Beziehung in Gefahr

Facebook kann Paarbeziehungen auf eine harte Probe stellen – vor allem wenn die Partner zu Eifersucht neigen.

Während der Mann chattet, langweilt sich die Frau auf dem Sofa
Chattet er nur oder flirtet er schon? Das ist auf sozialen Netzwerken oft nicht so klar. (Bild: iStockphoto/Machine Headz)

Wir müssen in Paarbeziehungen ganz neue Herausforderungen meistern», sagt die Zürcher Psychotherapeutin und Sexualtherapeutin Dania Schiftan. «Facebook ist oft ein Grund für Eifersucht und Streitereien.» Denn dank Medien wie Facebook haben wir viel mehr Möglichkeiten, das Leben des anderen mitzukriegen und zu verfolgen. «Noch nie konnten wir unseren Partner so überwachen», sagt Dania Schiftan. Auf Facebook sehen wir, wen er mag, welche Fotos er postet, bei Whatsapp kriegen wir mit, wie lange er in der Nacht noch online war.

Eifersucht zeigt sich meist in ganz klassischen Fällen: wenn etwa der Freund ein Bild einer anderen Frau liked oder die Freundin online Kontakt zu ihrem Ex aufnimmt. Das ist aber noch kein Grund, auf Facebook-Aktivitäten zu verzichten oder sie dem Partner zu verbieten. «Wir müssen lernen, mit den neuen Medien umzugehen: Welche Regeln gelten in unserer Beziehung?», meint Dania Schiftan. Wenn der Partner oft chattet oder sich viel auf Facebook rumtreibt, kann dies zu heiklen Situationen führen. Wenn etwas nicht stimmt, spürt man das oft. «Da ist es angebracht zu schauen, was dahintersteckt — ist der Partner auf der Suche, ist etwas mit einer anderen Person am Laufen?» Taucht aber Eifersucht oft auf, sollten Betroffene an ihrem Selbstwertgefühl arbeiten.

Facebook korrumpiert Werte wie Treue und Beständigkeit nicht grundsätzlich. «Wir haben zusätzliche Möglichkeiten, mit dem anderen Geschlecht in Kontakt zu kommen — das heisst aber nicht, dass wir auch alles ausprobieren oder einen Flirt ausleben.» «Gefährlich» kann Facebook in jedem Alter sein: Junge brauchen es zwar häufiger, sind aktiver, chatten mehr und haben schneller Kontakt zu Gleichaltrigen — aber auch ältere Semester sind nicht davor gefeit, online in Flirtlaune zu geraten.

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