23. Januar 2019

Bahn frei für die Rettungsgasse

Bei Stau auf der Autobahn muss eine Rettungsgasse frei gemacht werden. Klappt das nicht, kommen Rettungsfahrzeuge verzögert zum Unfallort. Die Regeln wären klar, doch noch fehlt das Gesetz.

Retter auf der Autobahn
Im Stau muss es manchmal schnell gehen: Retter versuchen, rasch an den Unfallort zu kommen. (Bild: Rettungsgasse Schweiz)
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Wer kennt es nicht? Der Vordermann bremst, im Rückspiegel taucht ein Blaulicht auf. Tatütatü. Stau. Und jetzt, was tun? «Die Fahrer sind abgelenkt oder schlicht unsicher, wann und wie sie eine Rettungsgasse bilden müssen», sagt Thomas Rohrbach (46), Mediensprecher des Bundesamts für Strassen (Astra). Regelmässig berichten die Medien über Situationen, in denen keine Rettungsgasse frei gemacht wird. Und Rettungsteams Zeit verlieren.

Bislang fehlt in der Schweiz eine gesetzliche Grundlage für die Rettungsgasse. Anders als in Deutschland: Dort drohen Sanktionen, wenn keine Rettungsgasse gebildet wird. Im Schweizer Strassenverkehrsgesetz heisst es zwar, dass den Blaulichtorganisationen Platz gemacht werden soll, die Rettungsgasse ist aber nicht explizit vermerkt.

«Als wir das Thema vor rund zehn Jahren aufnehmen wollten, gab es seitens der Blaulichtorganisationen keinen Bedarf. Doch die Zunahme des Verkehrs hat die Situation verschärft», so Rohrbach. Das hat auch der Bundesrat erkannt. Bis Ende Januar ist das Thema Rettungsgasse in der Vernehmlassung, danach entscheidet der Bundesrat über eine Verordnungsanpassung, die 2020 in Kraft treten könnte.

Kampagnenchaos

Rettungsgasse Schweiz, die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) sowie verschiedene städtische Blaulichtorganisationen wollen die Autofahrer sensibilisieren, nutzen dafür aber unterschiedliches Informationsmaterial. «Ein Wiedererkennungswert fehlt», räumt Pascal Rey (22), Kampagnenleiter von Rettungsgasse Schweiz, ein.

Dass es für die Rettungsgasse mehrere Kampagnen gebe, liege an der fehlenden gesetzlichen Grundlage, sagt Rohrbach. «Das Astra selber macht keine Kampagnen. Dafür ist der Verkehrssicherheitsrat zuständig. Offizielles Informationsmaterial erstellen wir, wenn der Bundesrat die Änderungen beschliesst.» Wo sich die Autofahrer informieren, spielt keine Rolle, in allen Kampagnen sind die Informationen korrekt.

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