18. Juli 2017

Ausgebüxte Blattlausbekämpfer

Der Mensch denkt, die Natur lenkt. Das musste auch eine meiner Nachbarinnen merken.

Nachbars Rosen
Vorne Nachbars Rosen, hinten mein Garten. Wo sich die Blattlausbekämpfer tummeln, weisst du, wenn du das Geschichtli gelesen hast.
Lesezeit 2 Minuten

Auf den Edelrosen einer Nachbarin tummelten sich seit Wochen Horden von Blattläusen. Löblicherweise entschloss sie sich, dieser Invasion nicht mit Insektizid, sondern mit einem natürlichen Frassfeind zu Leibe zu rücken: Marienkäferlarven. Diese verzehren über 100 Läuse pro Tag und das ganz biologisch unbedenklich.

Die Marienkäferlarven – 30 an der Zahl – hatte sie sich übers Internet bestellt und den Inhalt des Postpäcklis nach Erhalt und gemäss Packungsbeilage ganz süferli auf den befallenen Rosen platziert. So weit, so gut.

Am nächsten Morgen waren die Marienkäferlarven dann aber alle weg. Im Gegensatz zu den Blattläusen, wie frische Frassspuren an den Rosenknospen zeigten. Hatte sich da etwa eine Meise den Wanst vollgeschlagen?

Das Rätsel löste sich ein paar Stunden später, als mein Herzensmann auf unserem Holunder geschätzte 30 Marienkäferlarven entdeckte, die die dortige Blattlauskolonie bereits fleissig dezimiert hatten.

Womit bewiesen wäre, dass erstens Marienkäferlarven ein probates Mittel sind, der saugenden Insekten Herr zu werden. Sie aber zweitens ihren eigenen Kopf haben, wo und wann sie in Aktion treten.

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