20. Juni 2019

Auf Trab im Dutti-Park

Seit zwölf Jahren organisiert Beat Huber im Park im Grüene Rüschlikon das Eselreiten für die kleinen Besucher. Und nicht nur das: Er sorgt auch dafür, dass die 55 Hektar grosse Anlage täglich sauber und gepflegt ist.

Beat Huber mit seinen Eseln
Beat Huber organisiert das Eselreiten für kleine Besucher im Park im Grüene in Rüschlikon.

Rocco bleibt stehen und legt die langen Ohren nach hinten. Ein leichtes Ziehen am Halfter, gutes Zureden, ein sanfter Klaps auf ­die hintere Flanke – nichts hilft. Der Eselwallach bewegt sich keinen Zentimeter. «Die Tiere sind heute nervös», sagt Beat Huber. Der 62-Jährige betreut die sechs Esel, die von März bis Oktober ihre Reitrunden im «Park im Grüene» in Rüschlikon ZH drehen. Rocco ist der Jüngste in der Gruppe – «und etwas ängstlich», sagt Huber. Jetzt sind es die nahen Geräusche eines Gasbrenners, die das Tier erstarren lassen.

Arbeiten, wo Dutti Tennis spielte

Beat Huber ist schon seit zwölf Jahren in Rüschlikon tätig. Zuvor war er Grafiker und führte ein Messebauunternehmen. Irgendwann kam die Frage auf, ob es «das» gewesen sein soll. «In einer Gärtnerfamilie aufgewachsen, hatte ich schon immer einen ­Bezug zur Natur.» So arbeitet er heute dort, wo Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler und seine Frau Adele einst Tennis spielten – im Dutti-Park. Der eidgenössisch diplomierte Eselführer bildet die grösseren Kinder aus, die ihm beim Reitangebot helfen. «An jedem Reitnachmittag kommen die vier Kinder, um die Esel vorzubereiten und bei den Reitrunden zu führen.»

Neben der Pflege der Langohren zählt der Unterhalt des 55 Hektar grossen Parks zu Beat Hubers Tätigkeit. Rasen mähen, Bäume schneiden, Gebäude unterhalten, Liegestühle reparieren und am Ende des Tages den Müll wegräumen – für ihn und seine Kolleginnen und Kollegen fällt täglich viel Arbeit im Park an. «Bei schönem Wetter kommen viele Familien, um zu grillieren, Bähnli zu fahren, Kasperlitheater zu schauen oder zu spielen», sagt Huber.

Blick auf See und Alpen

An heissen Tagen reihen sich die Eltern, mit Liegestühlen ausgerüstet, um die Badelandschaft und sehen ihren Kindern beim Planschen zu. Auch ältere Leute gehen gerne im Park spazieren, brunchen im Parkrestaurant und geniessen den schönen Blick auf Zürichsee und Glarner Alpen. «Viele Grosseltern, die mit Enkel und Enkelin kommen, waren schon als Kind hier und erzählen von ihren früheren Erlebnissen.» Einige hätten Dutti selbst noch gekannt.

Der einstige Garten des Migros-Gründers hat es auch tierischen Gästen angetan. Im Frühling fliegen Wildenten zum Brüten in den Park. Auch der Fischreiher, der mit lautem Getöse auf dem Weiher landet, ist bei den Besuchern beliebt. Seit einigen Jahren sonnen sich Wasserschildkröten auf Steinen im Teich. «Gäste müssen sie bei uns ausgesetzt haben», sagt Huber.

Inzwischen hat Esel Rocco sich endlich in Bewegung gesetzt. Er trottet den Eseldamen Jana, Peppina und Gina hinterher, die ihre Runden drehen und die Augen der kleinen Reiterinnen und Reiter zum Leuchten bringen.

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