18. August 2017

Auf Panoramaschlaufe zum Pilatus

Wanderung vom Luzerner Bahnhof über Sonnenberg und Holderchäppeli auf die Krienseregg

Blick zurück auf Luzern und Seebecken
Etwas südlich vom Blatterberg: der Blick zurück auf Luzern und Seebecken
Lesezeit 3 Minuten

Oft liegt das Schöne bereits ganz nah, selten bedarf es einer Expedition aufs Jungfraujoch oder an die Bernina. Nehmen wir den Pilatus bei Luzern. Da wir die Aussicht von oben schon kennen und ein Foto vom früheren Berghaus in der Landesmuseumsausstellung («Vues de Suisse») das aktuelle weit in den Schatten stellt, machen wir diesmal etwas anderes: eine Annäherung über zwei viel tiefer gelegene Aussichtskreten an den Fuss des berühmten Bergs.
So kann man gleich am Bahnhof Luzern starten und vollzieht letztlich eine verwinkelte Schlaufe während der Ansichten von Pilatus, aber auch von Luzern, Kriens und Seebecken sowie einzelne vom Mittelland Richtung Aargau munter abwechseln. Okay, die Hälfte des Tages sehen wir den Pilatusgipfel aufgrund festsitzender Wolken an diesem Tag nicht. Als wollte er in dieser Disziplin den Niesen BE übertreffen.

Reizvoll ist bereits der Start, vorbei an berühmten Brücken in Richtung Bruchmatt und Böschenhof. Vom Touristen- über ein älteres Wohnviertel gehts an Schrebergärten vorbei durch ein Waldstück auf einen Vorhügel mit wenigen grösseren Landwirtschaftsbetrieben. Als nächstes folgt schon das Restaurant Sonnenberg und nach der Bergstation der historischen Zahnradbahn (von Kriens) der Kretenweg mit grosszügigen Alleen und zwei bis drei beeindruckenden Fernblick- und Fotospots.

Daran schliesst sich ein für 15 Minuten mittelsteiler Abstieg in die gleich nach Überquerung der Hauptstrasse malerisch schroffe Renggschlucht an. Ab hier folgen gemächlichere Spazierer nordwestlich weiter dem Panoramaweg Luzern-Malters, der sich auch für Familien mit Kindern ab Schulalter eignet.
Wer Lust auf die Annäherung an den Luzerner Hausberg und noch einige Höhenmeter in den Beinen hat (bis hierher warens 365), dem empfehlen wir unsere Fortsetzung auf die erste Anhöhe des Blatterbergs. Steil und kräftezehrend sind bloss die ersten knapp 200 Höhenmeter, die haben es allerdings in sich.

Route Cannobio-Verbania

Die Route (rot), auch als PDF zum Download (1500 x 1000 px / © swisstopo)

Oben wird man auf einer grossen freien Fläche belohnt, mit sich langsam verschiebenden Perspektiven auf die Pilatus-Nordfront zurück auf den Sonnenberg (wo in Kriegszeiten übrigens eifrig Kohle abgebaut wurde) und immer wieder hinab nach Kriens-Luzern. Noch besser wird es nach zwei leichten Richtungsänderungen und einem Kurzanstieg am Punkt Chraigütsch, wo sich halb versteckt ein paar Blicke ins Seitental der Rümlig eröffnen und der emporragende Höchberg den Pilatus für einmal verschwinden lässt.

Zum Abschluss durchquert man im sanften Auf und Ab ein spannendes Feuchtgebiet (Rosshütte), Wiesen mit der sehr sympathischen Dorschnei-Beiz und wiederum Waldpartien zwischen Gibelegg und Ricketschwändi – und fragt sich in zwei letzten Schlenkern, wo denn endlich die Krienseregg bleibe, mit Aussichtsterrasse und Gondelsektionen Richtung Stadt und Pilatus. Erst als man davor steht, erscheint es völlig zwingend: Man ist angekommen.

Geeignet für ausdauernde Sonntagswanderer
Höhepunkt: Chrüzhöchi, Anstieg nach Obernau, Chraigütsch
Pause: Restaurant Sonnenberg, Feuerstelle Chrüzhöchi oder Chraigütsch, Krienseregg
Dauer: knapp 5 Std. (etwas sportlicher) bis 5 Std. 30
Höhenmeter (bergauf): 1020 m

Trümpfe Cannobio-Velotour

Benutzer-Kommentare