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13. Januar 2014

Zwei Phablets im Test

Mehrere Hersteller verkaufen riesige Handys. Die Mischungen aus Telefon und Tablet heissen Phablets und nehmen wolkenkratzerähnliche Dimensionen an. Zwei Geräte im Test.

Ein Phablet ist mit einer Bildschirmdiagonale von mindestens 5,5 Zoll weit davon entfernt, handlich zu sein. Jedoch bieten die grossen Displays andere Vorteile: Mehr Inhalt auf einen Blick, verbesserte Übersicht und mehr Spielspass bei Games. Die Riesenhandys gibts unter anderem bei den Herstellern Nokia und Samsung. Das Migros-Magazin konnte die Geräte testen.

Nokia Lumia 1520

Nokia Lumia 1520
Nokia Lumia 1520

In schwarz, weiss oder knalligem gelb leuchtet Nokias Flaggschiff mit gutem 6-Zoll-Bildschirm, der klare Farben und Kontraste zeigt. Das 200 Gramm schwere Gerät ist mit seinen Massen von 8,5 x 16,3 Zentimeter zu gross, um angenehm in der Hand zu liegen. Es lässt sich unmöglich mit einer Hand bedienen. Um alle Symbole zu erreichen, müssen es Nutzer mit rechts halten und mit links steuern (oder umgekehrt).

Angetrieben vom Vierkernchip Qualcomm Snapdragon 800 und 2 GB Arbeitsspeicher reagiert das Handy pfeilschnell auf jede Eingabe. Sein Betriebssystem Windows Phone 8 lässt sich flüssig bedienen und ist für Einsteiger verständlich aufgebaut. Es zeichnet sich durch viele Extras aus, welche die Konkurrenz nicht bietet. Besonders stechen die Kartenfunktionen heraus, die auch ohne bestehende Internetverbindung in 95 Ländern bei der Orientierung helfen.

Darüber hinaus weiss Windows Phone durch seine Anpassungsfähigkeit zu gefallen. Symbole auf dem Bildschirm lassen sich nicht nur in drei verschiedenen Grössen darstellen – sie informieren darüber hinaus über eintreffende Nachrichten, neue Facebook-Fotos oder anstehende Termine, ohne dass ein Programm geöffnet werden muss.

Samsung Galaxy Note 3

Samsung Galaxy Note 3
Samsung Galaxy Note 3

Das Samsung Galaxy Note 3 überrascht auf den ersten Blick durch seine vergleichsweise kompakte Bauweise. Praktisch dieselbe Displaygrösse (5,7 Zoll) wie beim Konkurrenzgerät passt in ein 1 Zentimeter kürzeres, 0,5 Zentimeter schmaleres und 30 Gramm leichteres Gehäuse. Zwar ist die einhändige Bedienung ebenfalls nicht uneingeschränkt möglich, aber das Smartphone liegt um einiges angenehmer in der Hand.

Die Ausstattung beider Geräte unterscheidet sich nur minim. Während das Nokia Lumia 1520 einen stärkeren Akku verwendet (3400 statt 3200 mAh), greift Samsungs Galaxy Note 3 auf einen grösseren Arbeitsspeicher zurück (3 GB). Darüber hinaus lässt sich der interne Speicher per microSD-Karte um bis zu 64 GB erweitern, was Nokia bei seinem Gerät leider nicht erlaubt.

Wesentlich wichtiger ist das verwendete Betriebssystem! Beim Galaxy Note 3 kommt Android 4.3 zum Einsatz. Dadurch stehen etwa zehnmal so viele Apps zum Download bereit als bei Windows Phone 8 – das zwar durch eine bessere Grundausstattung und einen höheren Individualisierungsgrad überzeugt. Nichtsdestotrotz machen erst das Ökosystem, die angebotenen Dienste und der Appumfang aus einem Handy ein richtiges Smartphone.

Fazit: Nokias Lumia 1520 ist ein gutes, aber sperriges Smartphone. Für Vieltelefonierer kommt es sicher nicht infrage, aber wer das 730 Franken teure Handy eher als Konsumgerät für Internet, E-Mail, Social Media und Multimedia nutzen will, kommt damit sicher auf seine Kosten. Trotzdem ist das Samsung Galaxy Note 3 der bessere Fang: Es kombiniert Grösse und Handlichkeit optimaler. Darüber hinaus kostet es 120 Franken weniger und bietet das bessere Ökosystem als Windows Phone 8.

Autor: Reto Vogt