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25. März 2013

Zu zweit durch dick und dünn

Übergewicht ist in Partnerschaften ansteckend. Will nur einer von beiden abnehmen, klappt dies meist nicht. Teamwork ist gefragt.

Teamwork
Zu zweit nimmt man einfacher ab, verzeiht sich aus lauter Liebe aber auch gerne überflüssige Pfunde. Die Uni Bern erforscht, was es braucht, damit Paare sich gegenseitig zu mehr Fitness motivieren. (Bild: Image Source/Keystone)

Hand aufs Herz, wer kennt es nicht: Der Partner geht in die Küche, und man ruft ihm nach: «Bringst du mir auch was zum Knabbern?» Oder man verzichtet auf die geplante Wanderung, weil der Partner lieber auf dem Sofa lümmeln will. Tatsächlich stecken Paare einander in Sachen Faulheit und Übergewicht an.

Oder wie Corina Berli (28), Psychologin an der Nationalfonds-Professur für Gesundheitspsychologie an der Universität Bern, sagt: «Es gibt eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für Paare, entweder zusammen dick zu werden oder gemeinsam schlank zu bleiben. Dass sich beide Partner in eine jeweils unterschiedliche Richtung entwickeln, ist eher selten.» Warum das so ist, erforscht sie derzeit mit der Studie «Körperliche Aktivität & Partnerschaft».

Dafür werden übergewichtige Paare gesucht, die bereit sind, einen Bewegungsmesser zu tragen — diesen abzulegen ist nur zum Schlafen erlaubt. «Ziel ist es herauszufinden, wie man Paare unterstützen kann, sich gegenseitig zu mehr Bewegung und letztlich zum Abnehmen zu motivieren. Denn der Partner oder die Partnerin spielt dabei eine zentrale Rolle», sagt Corina Berli. Das Problem ist eigentlich etwas Schönes, nämlich die Tatsache, dass Partner in der Regel dazu neigen, sich gegenseitig das Hüftgold zu verzeihen. Das ist zwar gut für die Stimmung, aber schlecht für die Gesundheit.

Die Paare werden während rund sechs Monaten begleitet. Dabei gewinnen beide Seiten: Die Forscherinnen finden heraus, warum wir uns gegenseitig zu Couch-Potatoes machen und wie wir aus der Faulheitsfalle wieder rauskommen. Und die Paare tun gemeinsam etwas für Figur und Gesundheit. Übrigens: Parallel läuft eine Studie zum Thema «Rauchverhalten & Partnerschaft». Denn auch beim Qualmen gilt: Eine Verhaltensänderung hat alleine, ohne Unterstützung des Partners, oft schlicht und einfach keine Chance.

Autor: Andrea Fischer