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10. August 2015

Macht SMS Verspätung erträglicher?

Ist es verzeihlich, zu spät zu kommen, wenn man vorher von unterwegs ein SMS schickt? Knigge-Experte Philipp Tingler ist skeptisch – und Sie?

Die SMS-Info von unterwegs
Die SMS-Info von unterwegs ... (Illustration: Andreas Klammt)

«Ich bin ein altmodischer Mensch und halte Pünktlichkeit für eine Tugend.
Leute, die regelmässig zu spät kommen, kann ich nicht leiden. Es sei denn, sie sehen gut aus. Die Welt ist ungerecht.

Natürlich wirkt es beruhigend, wenn der Zuspätkommer eine Textnachricht schickt. Oder 17, so ungefähr alle 45 Sekunden.
Und natürlich fühlen sich Zuspätkommer weniger schlecht, wenn sie sich bereits im Voraus per SMS entschuldigen können.

Aber: Das macht ständiges Zuspätkommen nicht akzeptabel.
Falls Sie Menschen kennen, die gerne zu spät sind, sollten Sie sich von dem Gedanken verabschieden, dass Sie diese zur Pünktlichkeit erziehen könnten. Klappt fast nie.
Bleiben zwei Möglichkeiten: Entweder richten Sie sich darauf ein und kommen selbst zu spät. Oder: Sie tolerieren diesen Makel. Zum Beispiel, wenn die Leute gut aussehen. Die Welt ist ungerecht.»

WAS MEINEN SIE?
Schätzen Sie SMS-Infos vor Verspätungen? Ab welcher Zeitdauer (nach dem vereinbartem Termin) erwarten Sie diese? Und machten sie die Verspätung (fast) wieder gut?

Autor: Philipp Tingler