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18. Januar 2016

Zeit für den Winterschnitt

Jardin Suisse hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es langsam an der Zeit wäre, die Hecken- respektive Baumschere zu schleifen.

Ab ist ab: Drum erst studieren, dann schnipseln! (Bild: Jardin Suisse)
Ab ist ab: Drum erst studieren, dann schnipseln! (Bild: JardinSuisse)
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JardinSuisse ist der Unternehmerverband Gärtner Schweiz. Und der hat mir heute eine Pressemitteilung geschickt, die ich gern mit Euch teile. Ich selber habs nämlich nicht so mit dem Winterschnitt. Respektive weiss nie so recht, was ich tue, wenn ich es denn tue. Und drum übergebe ich jetzt an die Fachleute:

«Die Wintermonate werden gerne genutzt, um im Garten das einzukürzen, was über den Sommer zu gross geworden ist. Wer rechtzeitig mit einem regelmässigen Rückschnitt beginnt, kann die gewünschte Grösse besser kontrollieren und einen harmonischen und stabilen Wuchs bewahren.
Gehölzvorlieben beachten
Unsere Gehölze haben unterschiedliche Vorlieben, was die Art des Schnitts und den idealen Zeitpunkt betrifft. Die meisten Obstgehölze werden von Januar bis Mitte März bei nicht zu tiefen Temperaturen geschnitten. Der Schnitt sommerblühender Sträucher erfolgt vor dem Frühjahr, der von frühblühenden Sträuchern erst nach der Blüte. Bei den meisten Laubbäumen bietet sich ein Schnitt nach dem Laubfall bis spätestens Mitte März oder ein Sommerschnitt ab Ende Juli bis August an. Zierbäume wie Felsenbirnen, Magnolien oder Blütenhartriegel werden nicht geschnitten, sondern meist nur ausgelichtet oder von abgestorbenen Zweigen befreit.
Erziehen, aufbauen, erhalten
Im Jungstadium eines Obstgehölzes erfolgt der Erziehungsschnitt. Sein Ziel es ist, das arttypische Grundgerüst des Baumes zu formen. Hierzu werden neben dem Mitteltrieb in der Regel drei bis vier Triebe ausgewählt, die sich kräftig entwickeln und später Früchte tragen sollen. Triebe, die nach innen wachsen, zu steil oder überzählig sind, sollte man an der Basis abschneiden.
Der Aufbau- bzw. Erhaltungsschnitt erhält und bewahrt die Kronenform. Hierbei entfernt man überkreuzende und reibende Äste sowie Totholz. Seitentriebe werden auf ein nach aussen gerichtetes Auge geschnitten oder auf einen günstig stehenden, untergeordneten Seitenast abgeleitet. Je waagerechter der Zweig, desto mehr Ertrag bringt er.
Bei Kern- und Steinobst gelten unterschiedliche Schnittprinzipien. Sie betreffen einmal den Schnittzeitpunkt, aber auch die Art des Schnitts, denn teils tragen sie am ein-, teils am mehrjährigen Holz. Wird bei der Ernte festgestellt, dass die Früchte nicht gross und schön ausgefärbt sind, ist es Zeit für den Fruchtschnitt. Bei grösseren Erträgen senken sich die Frucht- und Seitenäste in Bogenform so stark ab, dass sie nur noch begrenzt ernährt werden. Dies mindert die Qualität des Obstes. Daher werden diese Astbögen kurz hinter einer neu gebildeten Fruchtastverlängerung abgeschnitten.
Ziel ist die natürliche Form
Bei den meisten Sträuchern wird ein Auslichtungsschnitt vorgenommen. Hierbei werden vertrocknete, nach innen wachsende, sich kreuzende oder auf dem Boden liegende Äste entfernt und vergreistes Holz an der Basis herausgeschnitten. Astpartien im oberen Bereich sind dort zu entfernen, wo sie sich verzweigen. Da der Strauch nur ausgelichtet, an den Spitzen aber nicht geschnitten wird, erhält er eine natürliche, harmonische Form. Genau das ist das Ziel des Winterschnitts.
Wie viel darf maximal geschnitten werden?
Wie jede Pflanze, laden auch Bäume ihre Energie-Batterien durch Photosynthese auf. Über ihr Laub wandeln sie Wasser und Kohlenstoff in Stärke und Sauerstoff um. Ein zu massiver Schnitt unterbindet diesen Prozess, der Baum wird geschwächt und anfällig für Krankheiten. Als Faustregel für den Kronenschnitt gilt daher, das nicht der gesamte Feinastteil einer Baumkrone entfernt werden darf. Maximal ein Viertel bis ein Drittel der laubtragenden Kronenteile gilt als Richtwert.»

www.jardinsuisse.ch