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04. August 2014

Zehn Gründe, warum ich nie pünktlich bin

Immer in letzter Minute
Immer in letzter Minute ... (Bild Fotolia)

Ich bin eine notorische Zuspätkommerin. Keine Überraschung, denken jetzt all die ordentlichen Leserinnen und Leser, die letzte Woche bei der Kolumne über unser zugemülltes Auto verächtlich mit ihren Zungen geschnalzt haben. Denn wie alle wissen, gesellt sich zu Unordnung gerne auch Unpünktlichkeit.
Aber, hey, ich habe wirklich gute Gründe, warum es bei uns immer ein bisschen länger dauert.

Hier meine aktuelle Top Ten der Ausreden:

Ich habe es nicht früher geschafft, weil …

1. … meine Kinder erst gehen konnten, nachdem der komplette Abspann von «Lillifee» durchgelaufen war (Regie, Drehbuch, Animationsstudio, Besetzung, blabla) und am Schluss nur noch ein rosafarbener Bildschirm übrig blieb.

2. … Eva sich weigerte, die bereitgelegten Socken anzuziehen, da der Schmetterling darauf irgendwie traurig aussah.

3. … Ida nochmals ihre Unterhose drehen musste, da sie das Wäscheschildchen zu sehr am Nabel kitzelte.

4. … niemand gehört hatte, wie ich 47 Mal «Wir müssen jetzt lohos!» sagte, rief, brüllte.

5. … Eva, die ja immer so wenig isst, plötzlich Appetit auf ein Käsebrot hatte. Mit Butter und einem Cherrytomätchen. Und auf einen Kakao. Aber warm, Mami!

6. … beiden Kindern im Treppenhaus bewusst wurde, dass ihre Blasen und Gedärme prall gefüllt waren.

7. … Evas Bisi schneller war als Eva – und ich den Boden vor der Wohnung der alten Nachbarin anschliessend feucht aufnehmen musste.

8. … meine Töchter sich nicht einigen konnten, wer im Auto direkt hinter mir sitzen durfte. (Wir haben wohlgemerkt zwei identische Kindersitze.)

9. … die beiden sich auf der Rückbank fast prügelten, da Ida «Bibi Blocksberg» und Eva «Drache Kokosnuss» hören wollte. (Da ich in solchen Momenten immer als offizielle Schiedsrichterin amte, musste ich natürlich zurück in die Wohnung, um meine Trillerpfeife und die Rote Karte zu holen.

10. … Ida dachte, kurz vor der Abfahrt sei ein guter Zeitpunkt, mich zu fragen, warum Mädchen ein Pipiloch und Jungs einen Pipischlauch haben.

Autor: Bettina Leinenbach