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01. Oktober 2012

Zahn um Zahn zu mehr Gesundheit

Seinen Zähnen Sorge zu tragen, ist für die meisten eine Selbstverständlichkeit. Denn kranke Zähne sehen nicht nur ungesund aus, sie haben auch einen negativen Einfluss auf den Körper. Ganzheitliche Zahnärzte kennen diese Wechselwirkungen.

Theo Yannacopoulos tastet bei seinem Patienten Reto Baer Akupunkturpunkte ab
Bei der Voruntersuchung tastet Theo Yannacopoulos bei seinem Patienten Reto Baer Akupunkturpunkte 
mit einem Betäubungsmittel ab. Reagiert der Patient, entsteht eine sogenannte Pulswelle, die der Zahnarzt an seiner Halsschlagader spürt. Damit ist er einem möglichen Krankheitsherd auf der Spur.

Reto Baer (52) wird im wahrsten Sinne des Wortes auf den Zahn gefühlt. Der Filmjournalist und Schriftsteller leidet seit geraumer Zeit unter starken Gelenkbeschwerden. Neben herkömmlichen Medikamenten zur Schmerzlinderung will Baer das Problem an der Wurzel angehen und meldete sich bei Theo Yannacopoulos an. Dieser ist Zahnmediziner mit einer Zusatzausbildung in Naturheilkunde. Reto Baer vermutet, dass die Ursache für seine Beschwerden in seinen Amalgamfüllungen liegen könnte.

Störherde oder Störfelder wie zum Beispiel Narben, Schwermetallbelastungen von undichten Amalgamfüllungen, Zahnersatzmaterialien, tote Zähne oder Piercings sind unterschwellige Prozesse im Körper, die ihn schwächen oder krank machen können.

Am Anfang jeder ganzheitlichen Zahnbehandlung wird ein Panoramaröntgenbild der Zähne und des Kiefers gemacht. Keine Hinweise auf Störfelder, konstatiert Theo Yannacopoulos mit geübtem Blick auf Reto Baers Röntgenbild. Weder wurzelbehandelte Zähne noch undichte Füllungen.

Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als ganzheitlicher Zahnmediziner traut Theo Yannacopoulos diesem «unverdächtigen» Bild jedoch nicht. Es gilt nun, die Energielage und mögliche Belastungen des Patienten unter anderem mittels Akupunktur und Bioresonanz auszutesten. Man wähnt sich in einer Naturheilpraxis, wären da nicht all die etwas furchteinflössenden Maschinen und chromblitzenden Instrumente einer Zahnarztpraxis.

Die Suche nach der Ursache von Beschwerden ist oft langwierig

Nach den Regeln der jahrtausendealten Form der klassischen chinesischen Akupunktur werden nun Nadeln in das Ohr des Journalisten appliziert, Ampullen geschüttelt und homöopathische Substanzen ausgetestet. Und das Corpus delicti, das ergaben die Tests, ist in diesem Fall Reto Baers Leber.

Für ihn gilt es nun, den Körper zu entgiften und alles zu vermeiden, was seinen Organismus weiter schwächen könnte. Dies sollte sich unter anderem auch positiv auf seine Gelenkentzündungen auswirken. Yannacopoulos weiss, warum: «Der Körper ist wie ein Sicherungskasten — man legt den richtigen Schalter um, und das Licht respektive die Energie fliesst wieder.»

Die Suche nach den Ursachen von Beschwerden ist langwierig und nicht immer von Erfolg gekrönt. Doch in den mehr als 20 Jahren Praxistätigkeit hat Yannacopoulos immer wieder erstaunliche Heilungsprozesse erlebt, darunter auch Patienten, die von der traditionellen Schulmedizin bereits als austherapiert galten.

Störherde im Mund können den ganzen Körper schwächen.

So zum Beispiel ein 60 Jahre alter Patient mit Tumoren in Blase und Prostata und starken Magenschmerzen, die bis anhin medikamentös behandelt wurden. Röntgenbild und Austestung ergaben, dass eine Zahnwurzel auf dem korrespondierenden Magenmeridian abgestorben war. Der Zahn wurde entfernt, und bereits zwei Tage später konnte der Patient die Medikamente gegen seine Magenschmerzen absetzen.

Obwohl er keine Beschwerden hat, will er kein Amalgam im Mund

Insbesondere bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Krebs empfiehlt die ganzheitliche Zahnmedizin eine gründliche Sanierung der Zähne, um allfällige Therapieblockaden für den Heilungsprozess zu beseitigen.

Was unseren Patienten Reto Baer betrifft, so braucht er sich noch keine grossen Sorgen zu machen. Schon gar nicht wegen seiner Zähne. Die sind in gutem Zustand. Keine massiven Störherde und keine Quecksilberbelastung. Trotzdem wünscht er, dass seine letzten beiden Amalgamfüllungen entfernt werden: «Ich warte nicht zu, bis sie undicht werden oder brechen.»

So greift denn Theo Yannacopoulos in einigen Tagen wieder zu Spritze und Bohrer und ersetzt die Füllungen nach allen Regeln der zahnärztlichen Kunst.


Infos zur Schweizerischen Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin:
www.sgzm.ch

Buchtipps: «Störfeld Zahn: Der Einfluss von Zähnen und zahnärztlichen Werkstoffen auf die Gesundheit», Karlheinz Graf, Elsevier Verlag, Fr. 71.10 bei www.books.ch

«Krankheitsherd Zähne: Wie sich kranke Zähne auf den ganzen Körper auswirken», Rosmarie Mieg, Trias Verlag, Fr. 17.50 bei exlibris.ch .

Autor: Isabella Fischer

Fotograf: Tina Steinauer