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25. April 2016

Würzige Kraftpakete

Kräuter helfen, Salz einzusparen, regen die Verdauung an und beugen Entzündungen vor. Gehen Sie auf Entdeckungstour – es lohnt sich.

Beliebte Küchenkräuter
Beliebte Küchenkräuter: Thai-Basilikum, Thymian und Zitronenmelisse (obere Reihe, v. l.); Peterli, Rosmarin und Dill (untere Reihe, v. l. / Bild: Getty Images).

Basilikum ist das mit Abstand meistverkaufte Kraut bei der Migros, dicht gefolgt von Petersilie, Schnittlauch und Koriander. Dabei führen die meisten Filialen weit mehr Kräuter im Sortiment: Maggikraut zum Beispiel, Melisse, Minze, Dill und Estragon. Die grünen Kraftpakete werden seit Jahrtausenden als Heilmittel eingesetzt. Verschiedene Aroma-, Bitter- und Scharfstoffe regen die Verdauung an und helfen, Salz einzusparen. Und Kräuter enthalten Vitamin C und Mineralstoffe wie Eisen. Der grüne Pflanzenfarbstoff Chlorophyll senkt Blutdruck und Cholesterinspiegel, wirkt gegen Entzündungen und hemmt Bakterien im Wachstum.

Natürlich kann man die Kräuter auch selber ziehen im Garten oder auf dem Balkon. Sie haben eine höhere Konzentration an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen als die aus dem Gewächshaus. Es lohnt sich, die Kräuter erst unmittelbar vor der Verwendung zu pflücken. Dann ist deren Gehalt an Vitamin C und Folsäure noch höher.

Bei der Ernte sollte man zudem auf die Farbe achten: Je dunkelgrüner ein Kraut, desto grösser ist sein Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen. Auch für Grillfans sind Kräuter ein Muss: Der Lebensmittelchemiker Scott Smith von der Kansas State University wies nach, dass eine Marinade mit Rosmarin und Thymian die Entstehung krebserregender Inhaltsstoffe beim Grillieren vermindert, und zwar um fast 90 Prozent.

Doch Küchenkräuter können in zu grosser Menge auch ungünstige Nebenwirkungen haben. Apiol in Petersilie kann ­Erbrechen verursachen, und Salbei gilt wegen des darin enthaltenen Ner­vengifts ­Thujon in grossen Mengen als ­gesundheitsschädlich. ­Ratsam ist viel Abwechslung im Umgang mit den kleinen Grünen. So hält sich das Risiko in Grenzen. 

Tipps: So wirken Kräuter

Basilikum: Wirkt beruhigend, verdauungsfördernd, krampflösend und appetitanregend.

Petersilie: Regt die Nieren und Verdauungsorgane an, verbessert den Atem und wirkt desinfizierend.

Schnittlauch: Enthält Senföle, die appetitanregend sind und die Gallen- und Lebertätigkeit unterstützen. Eisen- und Vitamin-C-reich. Leicht blutdrucksenkend.

Koriander: Unterstützt die Verdauung, fördert den Appetit, beruhigt den Magen-Darm-Trakt.

Pfefferminze: Krampflösend, hilft bei Kopfschmerzen und Verdauungsstörungen. Wirkt desinfizierend und schleimlösend.

Autor: Marianne Botta