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12. März 2012

Wozu nutzen Sie soziale Netzwerke?

Laut Trendforscher und Social-Media-Experte Peter Wippermann kommt kaum mehr jemand an Facebook, Twitter und Co. vorbei. Doch die Milliarden von Anwendern dieser Kommunikationskanäle bewegen ganz unterschiedliche Antriebe zum Mitmachen. Welches sind Ihre?

Vereinfacht man die Motivation bis auf ein paar Hauptinteressen, lassen sich folgende Nutzertypen in modernen sozialen Netzwerken ausmachen:
1. Beziehungspfleger
Sie nutzen Facebook oder teilweise auch andere Netzwerke, die sich über Ausbildung, Berufe oder spezielle Interessen definieren, primär zur Kontaktpflege. Neben Meetings respektive Rendez-vous, Telefonaten und Mails ist speziell Facebook dafür ein bequemes Mittel, weil es ausser Web-Anwender-Kenntnissen kaum Hürden kennt, gratis ist, vor allem aber auf einfache Weise die zugleich erreichbaren Bekannten vervielfacht. Die erste Variante der Beziehungspfleger ersetzt durch Social Media bisherige Mittel der Kommunikation, weil sie ihm bequemer zu sein scheinen (‚Effizienzsteigerer‘). Die zweite aber spricht vor allem neue und viel mehr Personen an, als sie/er zuvor kannte oder kennen würden, und sucht mit ihnen neue Wege der Kommunikation (der ‚Szenie‘).Logisch, dass bei ihm die Freundes-Anzahl viel schneller zunimmt als beim Effizienzsteigerer.
2. PR-Fachleute
Sie haben in erster Linie eines im Sinn: Die neuen Interaktionsmittel und –kanäle zum Eigen-Marketing einsetzen. Wie kann ich mich positiv hervor- oder von andern abheben, was macht meinen Auftritt aus, wie kann ich durch ihn zum vorab beruflichen, aber auch privaten Erfolg beitragen? Für sie sind auch hochgeladene Bilder von Privatfesten nie nur für die Kumpels der Feier gedacht, sondern zur Veränderung oder Verstärkung des Images in eine bestimmte Richtung. Er ist stolz auf die Anzahl seiner Freunde oder hat jedenfalls gern weit mehr als andere.
3. Infotainment-Fans
Sie möchten auch über soziale Netzwerke viel über Welt und Weltgeschehen erfahren, aber am liebsten bloss durch die Brille von Freunden, Bekannten und Verwandten. Denn erst die Meinung von X, der Spruch von Y oder der weiterführende Link von Z machen eine Meldung oder einen Bericht interessant. An so was erinnert man sich auch noch eine Weile, denn der Mensch verknüpft schon immer gern News und Geschehnisse mit ihm nahestehenden Personen. Jetzt kann er dies fast hemmungslos. Unter den Infotainment-Fans gibt es vereinfacht einerseits die aktiv Austauschenden, andererseits die in den meisten Fällen eher passiv Verfolgenden. Letztere haben schon genug damit zu tun, die Aktivitäten ihrer (engeren) Freunde mitzubekommen.
4. Interaktions-Tester
Sie interessieren sich zuerst einmal für die sozialen Netzwerke, weil sie … neu sind, bis vor kurzem noch gar nicht zur Verfügung standen. Es reizt sie, ganz neue Wege der Kommunikation auszuprobieren und gründlich durchzuspielen. Ist ihnen klar, worauf die typischen Instrumente und Abläufe eines Netzwerks abzielen, wo seine Stärken und Schwächen liegen könnten, so verabschieden sie sich schon bald zur nächsten Spielwiese.

Was trifft auf Sie zu?

Zu welchem der oben genannten Typen gehören Sie? Kennen Sie einen weiteren, ganz anderen Antrieb? Oder sind Sie aufgrund einer bestimmten Motivation gar nicht auf Facebook, Twitter oder anderen Netzwerken anzutreffen?
Teilen Sie Ihren Antrieb oder weitere Ihnen bekannte Typen durch Erstellen eines Kommentars mit. Sie müssen sich dazu nicht registrieren.

Autor: Reto Meisser