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08. Februar 2016

Wo Familien am meisten Steuern zahlen

3000 oder 20 000 Franken Steuern: Wo bezahlen Familien am wenigsten und wo am meisten Steuern? Unsere Rangliste zeigt enorme Differenzen je nach Wohnort.

Mehr Steuergerechtigkeit für Familien: Das ist das erklärte Ziel des Bundesgesetzes über die steuerliche Entlastung von Familien mit Kindern.

Denn Kinder bedeuten eine erhebliche finanzielle Zusatzbelastung: Der Bund beziffert die monatlichen Mehrkosten für ein Paar mit zwei Kindern auf gut 1300 Franken.

Belastung durch Kantons-, Gemeinde- und Kirchensteuern in den 26 Kantonshauptorten für eine Familie mit zwei Kindern. Die roten Zahlen zeigen die Steuern vor dem 2011 eingeführten Gesetz über die steuerliche Entlastung für Familien. Download PDF für grössere Auflösung!

Was also hat das im Jahr 2011 eingeführte Gesetz gebracht? Auf den ersten Blick ist die Bilanz erfreulich: Gesamtschweizerisch haben Familien stark profitiert. Bei einer vertieften Analyse jedoch stossen wir auf Erstaunliches:

Erstens klafft ein riesiger Graben zwischen den günstigen und den teuren Kantonen. Und zweitens haben diese Differenzen sogar noch zugenommen.

Schauen wir zunächst, wie viel eine Familie mit zwei Kindern und einem Bruttoeinkommen von 80 000 Franken in den einzelnen Kantonshaupt­orten an Steuern bezahlt: Am attraktivsten sind Genf und Zug mit rund 350 Franken. In Bern, Solothurn oder Neuenburg dagegen erreicht die Steuerrechnung für die gleiche Familie zwischen 5300 und 6300 Franken (siehe Grafik). Bei einem Bruttoeinkommen von 150 000 Franken belaufen sich die Steuern am günstigsten Ort auf 3300 Franken. Im teuersten Kanton dagegen steigen sie auf 20 600 Franken – das ist eine exorbitante Differenz von über 17 000 Franken!

Was weiter auffällt: Die Diskrepanz zwischen den Kantonen hat zugenommen – obwohl ja das Gesetz zu mehr Steuergerechtigkeit führen sollte.

So ist in Genf die Steuerbelastung für eine Familie mit 150 000 Franken Einkommen seit 2009 um fast 5000 Franken gesunken. Auch Familien in St. Gallen oder Freiburg kommen heute um einiges besser weg, wie die Grafik verdeutlicht. Auf der andern Seite aber verlangt der Fiskus in Bern, Aarau, Altdorf oder Neuenburg noch immer praktisch gleich viel wie vor der Einführung des Gesetzes.

Der Steuervergleich gilt für eine Familie mit einer erwerbstätigen Person. Daneben kennen viele Kantone zusätzliche Steueranreize für Doppelverdiener. Zudem bestehen grosse Unterschiede beim steuerlichen Abzug für die Fremdbetreuung und Ausbildung der Kinder.

Was das konkret für Ihre Steuern bedeutet, zeigen wir Ihnen auf Blog.migrosbank.ch . Unser Steuerdossier enthält überdies viele Tipps, worauf Sie bei den Abzügen achten sollten.

Autor: Albert Steck