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23. Dezember 2013

Wo der Silvester sich am schönsten feiern lässt

Wer nicht zu Hause bleiben will, geht als Alternative zu den (Schweizer) Bergen auf Städtereise, um den Jahreswechsel gebührend zu feiern. Meine liebsten Städte für den Silvester

Silvester in Reykjavík ist ein grosses Erlebnis.
Silvester in Reykjavík ist ein grosses Erlebnis.
Die Sicht von Jaffa auf Tel Aviv
Die Sicht von Jaffa auf Tel Aviv.

1. Tel Aviv: Weil das jüdische Neujahr im September war, gibt es in der israelischen Stadt am Mittelmeer kaum Restaurants, die am Silvester überteuerte Menüs anbieten. Die Hotels (mein Tipp: «Artplus» , 62 Zimmer, zentral gelegen, nach Zimmer in den oberen Etagen fragen) haben über Neujahr im Gegensatz zu den europäischen Metropolen und auch Jerusalem tiefe Preise – und trotzdem wird dank der europäischen Touristen und der Einheimischen kräftig gefeiert. Top-Restaurants für den 31.12.: «Raphael» (riesige Fensterfront mit Aussicht aufs Mittelmeer, Küchenchef ist Raphi Cohen), Herbert Samuel (hier kocht Jonathan Roshfeld, immer hektisch, immer voll, immer gut) oder «Cordelia» in Jaffa, 10 Taximinuten von Tel Aviv entfernt (opulent eingerichtet, was sogar für die Toiletten gilt, mediterrane Küche, stimmiges Lokal).

2. New York: Einmal im Leben muss man am Times Square in Manhattan das Spektakel des Jahreswechsels erleben. Zum Übernachten empfiehlt sich ein Angebot auf Airbnb.ch Mit einem Wohnungsschlüssel in der Tasche fühlt man sich fast wie ein Lokaler. Essen: «Torrisi» (kleiner, feiner Italiener, Downtown Manhattan, 250 Mulberry Street, unbedingt reservieren); «Union Square Café» (Klassiker am Union Square); Iroha (kleines, japanische Restaurant mit einer Bar, wo man ebenfalls essen kann, 152 W, 49th Street)

Puerta del Sol in Madrid.
Puerta del Sol in Madrid.

3. Madrid: In der einst langweiligen Hauptstadt versammeln sich inzwischen Tausende um Mitternacht an der Puerta del Sol, um für jede der letzten zwölf Sekunden des ausklingenden Jahres eine Traube zu verspeisen. Übernachten: Die NH-Hotels haben in Madrid eine grosse Auswahl und überzeugen in Preis und Qualität. Essen: «Taberna los Lucio» (Cava Baja 30). In dieser kleinen Strasse, rund 10 Gehminuten vom Plaza Mayor entfernt, hat es einige bemerkenswerte Lokale. Alternative: «La Trucha» (Manuel Fernandez y Gonzalez 3, in der Nähe des Plaza Santa Ana, der sich für einen Drink nach dem Essen anbietet).

 4. Reykjavík: Am 31. Dezember werden an neun Stellen in der isländischen Hauptstadt grosse Feuer angezündet und Lieder gesungen, und es wird ausgelassen gefeiert. Dank des Golfstroms sind Plustemperaturen keine Seltenheit. Nur geht die Sonne erst nach 11 Uhr auf. Die Restaurantszene hat sich komplett verändert. Heute kann man in der grössten isländischen Stadt richtig gut essen, beispielsweise im «Sjavargrillid» oder im «Fiskfelagid». Gute Lage zum Übernachten im Icelandair Hotel Reykjavik Marina.

Jardin des Tuileries in Paris
Jardin des Tuileries in Paris.

5. Paris: Die Stadt der Liebe ist mit dem Zug ab der Schweiz noch schneller erreichbar. Vorsicht: Am 1. Januar haben viele Restaurants geschlossen. Preiswerte Pariser Hotels sind schwierig zu finden. Ich empfehle: Hotel Splendor , Eugene-en-Ville (erst Ende November 2013 eröffnet, in der Nähe des Montmartres), Hotel Place des Vosges oder Mama Shelter (beim besuchenswerten Friedhof Père-Lachaise). Restaurants: Le Pré Verre (Bistro) oder Le Dôme du Marais. Vorsicht vor Empfehlungen auf Tripadvisor! Einige lobende Kommentare sind mit Vorsicht zu geniessen.

Autor: Reto Wild

Fotograf: Reto Wild