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10. November 2014

Wien – himmlisch speisen, im Tresorraum baden

Das Park Hyatt Hotel und das vegetarische Restaurant Tian sorgen in Wien derzeit für Furore. Weitere Tipps für die österreichische Hauptstadt.

Park Hyatt Wien
Das neue, zentral gelegene Hotel Park Hyatt Wien befindet sich in einem rund 100 Jahre alten Gebäude.

Wien wurde erneut zur Stadt mit der weltbesten Lebensqualität gewählt. Weitere Gründe für einen Besuch der österreichischen Hauptstadt: Am 1. Oktober feierte das Musical «Mary Poppins» deutschsprachige Erstaufführung. Es ist täglich ausser montags im Ronacher Theater zu sehen. Und: Seit dem 28. Oktober 2014 und noch bis zum 15. Februar 2015 widmet das Kunsthistorische Museum Wien dem spanischen Maler Diego Velázquez zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum eine umfassende monographische Ausstellung.

Für eine kleine Sensation sorgt das Wiener Restaurant Tian: Noch nie in der Geschichte des GaultMillau wurden einer rein vegetarischen Küche drei Hauben und 17 Punkte verliehen! Küchenchef Paul Ivic sorgt für Kunstwerke aus Gemüse und Kräutern wie mit einem Kokos-Curry als Amuse Bouche, Trüffelpasta, einer Bohnenvariation oder einem Schilchersturm-Sorbet. Dazu werden Leinsamenöl aus Kärnten sowie Olivenöl aus Kroatien und Italien gereicht. Die riesige Weinkarte ist von Hand geschrieben, sehr zu empfehlen der Grüne Veltliner von Anton Bauer aus dem Wagram oder ein Uhudler-Traubensaft aus dem Burgenland. Man isst himmlisch. Kein Wunder: Das kleine Lokal, das im Dezember 2014 in das dritte Jahr geht, liegt an der Himmelpfortgasse 23, im Herzen Wiens.

Ebenfalls Stadtgespräche löst das erst diesen Juni eröffnete Hotel Park Hyatt Wien aus. Es befindet sich im ruhigen Goldenen Quartier (bekannt für die vielen exklusiven Boutiquen), nur wenige Fussminuten vom Stephansdom entfernt. Das 100 Jahre alte Gebäude diente zuvor einer Bank als Hauptverwaltung. Dort, wo heute ein 15 Meter langer und 8 Meter breiter Pool ist, befand sich der Tresorraum. Das Restaurant The Bank (Bild) war die Kassenhalle. Die Küche mit österreichischen Schmankerln und die gut dotierte Weinkarte mit vielen einheimischen Tropfen überzeugen – ebenso das üppige Frühstücksbuffet, das genauso in der einstigen Kassenhalle aufgebaut wird. Jedes der 143 Zimmer und Suiten (Wifi kostenlos) hat einen anderen Grundriss. Speziell: Die Raucherlounge mit einer grossen Whisky- und Zigarrenauswahl ist bis morgens um 3 Uhr geöffnet.

Kitschfreie Wiener Souvenirläden jenseits von Sissi: The Viennastore ist sicherlich der coolste Neuzugang in diesem Sektor. Dafür sorgt schon der Standort im ersten Hochhaus der Stadt, das in den 1930er-Jahren in der Herrengasse unweit der Hofburg erbaut wurde. Der vom Wiener Metroverlag betriebene Souvenirladen setzt den Fokus auf hochwertiges Design aus Wien und dem Rest der Welt. An urbanen Designklassikern sind unter anderem Spielkarten von Piatnik erhältlich, das Melonenservice von Augarten-Porzellan und Kaffee der Wiener Rösterei Naber sowie Eigenproduktionen, etwa ein Tellersatz für die Zubereitung des Wiener Schnitzels und hübsche Postkarten mit alten Wien-Motiven. Mit dabei auch jede Menge lesenswerter Wien-Bücher aus dem Metroverlag.
Die Wienhandlung im schicken Freihausviertel im 4. Bezirk versteht sich als Shop samt Bar und als Treffpunkt für Wiener und Touristen mit Vorliebe für Wienerisches abseits der Klischees. Wiener Wien, von den empfehlenswerten Winzern Christ, Edlmoser, Cobenzl und Wieninger, wird in der Flasche verkauft und glasweise ausgeschenkt, dazu gibt es Erdäpfelgulasch (Kartoffelgulasch) oder Beinschinken. Vertreten sind zudem die Kaffeeröstungen des berühmten Café Hawelka inklusive Tassen, Ottakringer Bier, Essig von Gegenbauer, Wiener Honig, Wien-Bücher und Wienerlied-CDs.

Gut zu wissen: Mit der Schnellbahn Cat fährt man in 16 Minuten von Wien-Mitte zum Flughafen. Wer will, gibt den Koffer bereits in der Stadt auf. Man sieht ihn erst in Kloten wieder.

Autor: Reto Wild

Fotograf: Reto Wild