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12. November 2012

Wie von Zauberhand

Immer mehr Geräte lassen sich per Gesten oder Sprache steuern. So richtig ausgereift sind diese Technologien aber noch nicht.

Steuerung per Gesten
Wenn der 
Senderwechsel zum Voodoozauber wird: 
Die Steuerung per Gesten hat ihre Tücken.

Manche kennen es von der Spielkonsole, die auf Handbewegungen reagiert, oder vom Smartphone, das sich zumindest teilweise per Sprachbefehl bedienen lässt. Doch es gibt auch Fernseher, die sich ohne Fernbedienung steuern lassen: Möchte man beim Samsung-Fernseher 55ES8090 durch die Sender zappen, geht dies auch per Handbewegung; der TV erkennt den Benutzer, sobald er sich vor dem Gerät befindet und mit der flachen Hand winkt. Dann steuert man mit der Hand den Cursor auf dem Bildschirm und «klickt», indem man die Hand zur Faust ballt, um eine Einstellung vorzunehmen oder den Sender zu wechseln. Dies hat in unserem Test recht gut funktioniert. Bewegt man aber beispielsweise die Hand zu schnell, kann der Sensor nicht mehr folgen. Darum ist die Steuerung des Fernsehers per Gestik viel langsamer als mit der guten alten Fernbedienung.

Der Fernseher ist schnell einmal überfordert

Das Gleiche gilt für die Sprachsteuerung: Zwar lässt sich mit Befehlen wie «nächster Kanal, bitte» der Sender wechseln, doch ist der Fernseher rasch überfordert, wenn im selben Raum mehrere Leute miteinander sprechen. Die Sprachbedienung ist vorerst also nur eine witzige Zusatzfunktion. Praktisch ist sie höchstens, wenn man beim Chips-Essen die Fernbedienung nicht mit den fettigen Fingern in die Hand nehmen möchte.

Etwas ausgereifter als die Sprachsteuerung im Samsung-Fernseher sind Siri, die Sprach-Assistentin im iPhone und S-Voice im Samsung Galaxy S III. Diese verstehen gesprochene Sätze und Befehle, sofern sie laut und deutlich ausgesprochen werden. Zur schnellen, einfachen Bedienung im Alltag taugt die Sprachfunktion aber auch hier noch nicht. Immerhin kann sie etwa im Auto von Nutzen sein, um beispielsweise per Sprachbefehl ein SMS zu diktieren oder einen Termin im Kalender zu erstellen.

Für Game-Konsolen ist die Gestensteuerung seit längerem bekannt. Mit der Nintendo Wii oder mit Microsofts Kinect stellt man sich vor den Fernseher und spielt Golf oder Tennis mit vollem Körpereinsatz. Möglich ist dies dank Kameras, die die Bewegungen der Benutzer registrieren und an das Empfangsgerät weitergeben.

Autor: Felix Raymann