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21. September 2015

Wie viel Geld erhalte ich als Rentner?

Bei der Altersvorsorge ist Sparen angesagt. Mit wie viel Geld kann ich nach meiner Pensionierung rechnen?

So viel Kapital haben Neurentner im Schnitt.
So viel Kapital haben Neurentner im Schnitt.

Für die meisten Haushalte macht das Vorsorgevermögen den grössten Teil der Ersparnisse aus. Und trotzdem haben viele Leute keine Ahnung, welches Budget ihnen im Ruhestand dereinst zur Verfügung steht. Zugegeben: Die Materie ist komplex. Dennoch kann ich Ihnen eine ungefähre Richtschnur geben.

Beginnen wir mit der Generation, die jetzt in den Ruhestand übertritt. Sie profitiert von beinahe idealen Bedingungen in den letzten vier Jahrzehnten. Über das gesamte Berufsleben stiegen ihre Löhne jedes Jahr um durchschnittlich 2,4 Prozent. Zudem erzielten Aktien an der Schweizer Börse seit 1975 jährlich eine Rendite von rund 9 Prozent, bei den Obligationen waren es 4,7 Prozent. Von solchen Traumrenditen sind wir heute weit entfernt.

Doch trotz goldener Zeiten an den Finanzmärkten kommen die meisten heutigen Neurentner auf ein relativ bescheidenes Altersguthaben, wie die Grafik zeigt. Die Kalkulation basiert auf dem aktuellen mittleren Einkommen (bei einem Singlehaushalt 75 000 Franken im Jahr, bei ­einem Paarhaushalt rund 130 000 Franken) sowie auf der allgemeinen Lohnentwicklung seit 1975. Demnach verfügt der Singlehaushalt zum Zeitpunkt der Pensionierung über ein Guthaben aus der beruflichen Vorsorge von 300 000 Franken, was eine monatliche Rente von 1700 Franken ergibt. Zusammen mit der AHV, die im Schnitt bei 2200 Franken liegt, kann ein alleinstehender Rentner nach der Pensionierung mit einem Einkommen von 3900 Franken rechnen.

Und so lautet die Rechnung für den durchschnittlichen Paarhaushalt: Ein Alterskapital von insgesamt 500 000 Franken führt zu einer Monatsrente von 2800 Franken. Inklusive 3200 Franken Ehepaar­rente aus der AHV beträgt das Einkommen 6000 Franken pro Monat.

Wie sieht es nun für die kommenden Generationen aus? Um die Renten auch künftig stabil zu halten, sind verschiedene politische Reformen geplant: Zur Diskussion stehen eine Erhöhung des Rentenalters sowie höhere Steuern und Lohnabzüge. Doch wie die Kalkulation von oben zeigt, erlauben die Renten bereits auf dem heutigen Niveau keine allzu grossen Sprünge. Es lohnt sich also, in der steuerbefreiten 3. Säule eine zusätzliche Reserve ­anzusparen. Wie Sie dabei am besten vorgehen, lesen Sie hier .

Autor: Albert Steck