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05. September 2016

Wie Junge ohne mehr Geld besser vorsorgen

Junge Leute müssen heutzutage früher mit dem Sparen anfangen. Doch wer es klug anpackt, benötigt dazu nicht mehr Geld – und holt dabei mehr Ertrag heraus.

30'000 Franken mehr Kapital dank frühen Sparbeginns
30'000 Franken mehr Kapital dank frühen Sparbeginns: Der kumulierte Sparbetrag beträgt 100'000 Franken, die Rendite 2%. Bei Sparbeginn mit 25 erreicht das Kapital 154'000 Franken, mit 45 aber nur 124'000 Franken. / Quelle: Migros Bank

Ab welchem Alter sollte man mit den Einzahlungen in die dritte Säule beginnen? Noch vor Kurzem hätte ich geantwortet, dass für die meisten Leute ein Start ab etwa 40 Jahren ausreicht. Doch mit der extremen Zinsflaute ist diese Einschätzung überholt. Heute erachte ich einen Beginn zwischen 25 und 30 Jahren als empfehlenswert. Denn diese Generation muss sich darauf einstellen, länger als bis 65 zu arbeiten. Zudem stagnieren ihre Renten in der Pensionskasse.

Immerhin, die gute Nachricht lautet: Mit einem geschickten Vorgehen, können junge Leute ihr Vorsorgekapital massiv steigern, ohne mehr Geld einzahlen zu müssen.
Angenommen, Sie möchten insgesamt 100'000 Franken in die dritte Säule einzahlen: Wenn Sie ab 45 pro Jahr 5000 Franken sparen, erreicht Ihr Kapital mit einer Rendite von 2 Prozent 124 000 Franken bis zur Pensionierung. Starten Sie stattdessen bereits mit 25, halbiert sich Ihre jährliche Einzahlung auf 2500 Franken, weil sie doppelt so lang sparen. Obwohl Sie in beiden Fällen gleich viel Kapital benötigen, steigt Ihr Vermögen beim früheren Sparbeginn um ganze 30'000 Franken auf 154'000 Franken – dem Zinseszins sei Dank (vgl. Grafik oben).

Wer sein Geld in der Säule 3a langfristig anlegt, sollte einen Vorsorgefonds nutzen. So hat der Mi-Fonds (CH) 40 V mit einem Aktienanteil von 40 Prozent in den letzten zehn Jahren eine Durchschnittsrendite von 2,6 Prozent erzielt, über fünf Jahre sogar 4,6 Prozent.

Zusätzlich trägt in der dritten Säule der Steuerrabatt massgeblich zum Vermögensanstieg bei. Im Beispiel mit der jährlichen Einzahlung von 2500 Franken kann eine ledige Person, wohnhaft in Bern, mit einem Nettoeinkommen von 80'000 Franken die Steuerbelastung jedes Jahr um stattliche 575 Franken reduzieren. Folglich steigt das Vorsorgekapital ­inklusive Steuerersparnis sogar auf 177'000 Franken – ein beachtlicher Erfolg, gemessen an den eingezahlten 100'000 Franken!

Gerade in jungen Jahren ist die Versuchung gross, die Vorsorge auf später aufzuschieben. Wer dem allerdings widersteht und frühzeitig in die Säule 3a einzahlt, wird mit einem deutlich grösseren Sparerfolg belohnt – ohne dafür mehr Geld einzusetzen.


Aktuell auf blog.migrosbank.ch: Die Vorsorge muss heute früher beginnen.

Autor: Albert Steck