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08. Juli 2013

Wer bei Verspätungen bezahlen muss

Ferienzeit ist Reisezeit. Leider klappt nicht immer alles nach Fahr- oder Flugplan. Wer bei Verspätungen bezahlen muss und die wichtigsten Adressen zum Thema.

Flughafen Anzeigetafel
Auf Reisen klappt leider nicht immer alles nach Fahr- oder Flugplan. (Bild: Keystone)

■  Entschädigung bei verspäteten Flügen: Die Schweiz hat die Fluggast-Verordnung 261/2004 der EU übernommen. 250 Euro erhalten Passagiere bei Flügen von bis zu 1500 Kilometern, wenn die Verspätung zwei Stunden oder mehr beträgt. Bei einer Distanz von über 3500 Kilometern und mehr als vier Stunden Verspätung muss die Fluggesellschaft sogar 600 Euro bezahlen.

■  Annullation von Flügen und Überbuchung: Langstreckenpassagiere erhalten eine Entschädigung von 600 Euro, bei bis zu 3500 Kilometern sind 400 Euro vorgesehen und bei einer Strecke von unter 1500 Kilometern wie bei den Verspätungen 250 Euro. Oft müssen die Passagiere selbst aktiv werden, um zu ihrem Recht zu kommen.

■  Zugverspätungen: Verpasst man wegen der SBB den letzten Zug, hat man Anspruch auf eine Übernachtung oder eine Taxifahrt von bis zu 150 Franken. Wer in grenzüberschreitenden Zügen über eine Stunde Verspätung hat, erhält einen Viertel des Fahrpreises zurück, ab zwei Stunden Verspätung die Hälfte.

■  Gut zu wissen: Bei Unstimmigkeiten zwischen Konsumenten und Reiseunternehmen vermittelt Beat Dannenberger, Ombudsmann der Schweizer Reisebranche: info@ombudsman-touristik.ch

Die wichtigsten Adressen zum Thema:

Fairplane unterstützt Flugpassagiere auf juristischem Weg bei der Überprüfung und Durchsetzung der Ausgleichszahlung von 125 bis 600 Euro. Allerdings: Das Unternehmen mit Sitz in Wien verlangt im Fall einer erfolgreichen Durchsetzung der Forderung eine Kommission von maximal 27 Prozent. Und für Passagiere mit Schweizer Wohnsitz ist der in Wien beheimatete Anbieter noch unerfahren. Details unter www.fairplane.de (auch als App erhältlich).

Reisebuerorecht.ch Informativ ist die Homepage des Rechtsanwalts Rolf Metz, der zu den führenden Schweizer Reiserechtsexperten gehört. Er informiert über Annullation, Flugplanänderungen, Flugverspätungen und noch viel mehr. www.reisebuerorecht.ch

Die Homepage des Bundesamts für Zivilluftfahrt in Bern informiert sehr informativ über die Fluggastrechte unter www.bazl.admin.ch Darunter finden sich Antworten, was zu tun ist bei Beschädigung, Verlust und Verspätung des Reisegepäcks sowie Nichtbeförderung, Annullation, Pauschalreisen und so weiter. Im Kapitel «Nichtbeförderung» findet sich ein PDF für ein Meldeformular.

Wer den Originaltext der Fluggastverordnung 261/2004 anschauen möchte, kann sich das PDF an folgender Stelle herunterladen (Direktlink zum Download):
www.eur-lex.europa.eu

Autor: Reto Wild