Archiv
25. Juni 2012

Wenn der Zmittag aus dem Beutel kommt

Vermehrt tischen Schweizer Schulen und Krippen Fertiggerichte auf. Den Kindern ist das egal. Hauptsache, es schmeckt. Ernährungsexperten sehen es kritischer.

Aufgewärmtes Beutelessen, Pommes, Burger. Nicht immer bekommen Krippenkinder einen gesunden Zmittag. (Bild: iStockphoto)

Ob Zürcher Geschnetzeltes oder Spaghetti Bolognese frisch zubereitet werden oder aus dem Beutel kommen, spielt Kindern grundsätzlich keine Rolle. Also machen es sich immer mehr Schulkantinen und Krippen einfach und setzen auf Conveniencefood, also auf Fertigmenüs, die nur noch erhitzt werden müssen. So wächst laut eines Berichts der Zeitung «Der Sonntag» der Mittagstischmarkt in öffentlichen Schulen stark — wovon vor allem Catering-Firmen profitieren.

Die SV Group aus Dübendorf ZH beliefert zurzeit 50 Schulen, Kindertagesstädten, Krippen, verpflegt 2000 Kinder täglich. Im nächsten Jahr rechnet das Unternehmen schon mit 3000 Kindern. Eine Entwicklung, die für den Ernährungsfachmann Raoul Furlano, Leiter der pädiatrischen Gastroenterologie und Ernährung am Universitäts-Kinderspital beider Basel, problematisch ist. Denn Fertiggerichte enthielten oft viel Zucker, zu viel Fett, hätten einen eher hohen Salzgehalt und oft einen geringeren Vitamin- und Mineralstoffgehalt. Zudem seien sie teurer als Frischprodukte. «Ganz schlecht sind Tiefkühlprodukte. Sie können durch verdauungsresistente Stärke zu Blähungen führen.»

Nicht umsonst habe in den letzten Jahren die Übergewichtigkeit bereits im Vorschulalter stark zugenommen. «Also machen wir, was die Ernährung angeht, sicher nicht alles richtig», betont Raoul Furlano.

Wie oft pro Woche ernähren Sie sich (und die Familie) von Fertigprodukten? Die Umfrage auf

www.facebook.com/MigrosMagazin

Autor: Thomas Vogel