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25. Januar 2016

Wen trifft der kleinere Pendlerabzug?

Wer viel pendelt, zahlt künftig höhere Steuern. Je nach Kanton steigt die Belastung spürbar an.

Tabelle zum neuen Pendlerabzug
Tabelle zum neu angepassten Pendlerabzug: Wer leidet unter der Erhöhung (zuerst)?

Der Pendlerabzug in der Steuererklärung gehört zu den Posten, die am meisten «einschenken». Mit der Steuererklärung 2016 wird dieser Abzug nun massiv gekürzt. Damit fällt die erstmalige Bemessung ins laufende Jahr, die Veranlagung erfolgt 2017.

Die entscheidende Strecke für motorisierte Pendler beträgt 9,7 Kilometer pro Fahrt. Sie ergibt sich aus 220 Arbeitstagen und einer anrechenbaren Pauschale von 70 Rappen pro Kilometer, womit man auf den maximalen, für die Bundessteuer gültigen Pendlerabzug von 3000 Franken pro Jahr kommt. Wer also eine geringere Distanz zu bewältigen hat, wird von der Änderung nicht tangiert. Auch wer für die Nutzung des öffentlichen Verkehrs ein Generalabonnement (der Preis für die 2. Klasse beträgt 3655 Franken) geltend macht, muss nur unwesentlich mehr Steuern berappen.

Und wie teuer wird es für die Steuerzahler, die eine grössere Distanz mit dem Auto bewältigen? Die Grafik (oben) zeigt die konkreten Kostenfolgen bei einer Pendeldistanz von 30 Kilometern. Die Berechnungen enthalten je vier Varianten: für eine Familie und einen Single sowie für die Einkommensklassen mit einem Bruttolohn von 80'000 respektive 150'000 Franken pro Jahr.
Dabei wird Folgendes deutlich: Wie viel man zusätzlich zahlen muss, hängt primär vom Kanton ab. Überall dort, wo der Pendlerabzug nur bei den Bundessteuern wirksam ist, kommt man mit einem moderaten Aufschlag weg – in unseren vier Varianten erhöhen sich die Steuern um 0 bis 550 Franken. Hat der Kanton auch bei der Staats- und Gemeindesteuer eine Obergrenze für den Pendlerabzug eingeführt, wird es deutlich teurer. In Basel-Stadt etwa steigt die Steuerbelastung im selben Rechenbeispiel um 1460 bis 2020 Franken.

Die aktuelle Liste mit den Bestimmungen in sämtlichen 26 Kantonen findet sich im Internet unter Blog.migrosbank.ch.
Der Blog erläutert zudem, inwiefern die Begrenzung des Pendlerabzugs auch die Steuerrechnung für Geschäftsautos verteuert. Und nicht zuletzt enthält er das grosse Steuerdossier mit nützlichen Tipps rund um viele weitere Abzüge und die wichtigsten Neuerungen per 2016. 

Aktuell auf Blog.migrosbank.ch:
Der Pendlerabzug: So stark steigen die Steuern, die bewährte Serie mit 5 x 10 Steuertipps.

Autor: Albert Steck