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01. September 2014

Eine Weltneuheit in der Schweizer Hotellerie

Hoxell heisst ein Schweizer Unternehmen und eine Webplattform, welche das Buchen von Hotelzimmern revolutioniert. Bis anhin erst in Mailand und im Hotel Lugano Dante im Einsatz, kommt es nächstes Jahr zum Sprung über den «Boccalino-Graben».

Hotel Lugano Dante
Das Vier-Sterne-Hotel Lugano Dante ist das erste Haus der Schweiz, das die Technik von Hoxell benützt.
Die Raumtemperatur und die Kissen lassen sich vor der Abreise
Die Raumtemperatur und die Kissen lassen sich vor der Abreise bestimmen (Bild: zvg).

Ein Test verblüfft selbst Hotelexperten: Wer das Vier-Sterne-Hotel Lugano Dante bucht, erhält eine E-Mail mit der Aufforderung «Aufenthalt personalisieren». Klickt man auf diese Option, öffnet sich ein Fenster, und der Gast kann vor seiner Abreise die gewünschte Zimmertemperatur wählen (zwischen 21 und 25 Grad), die alkoholfreien Getränke der Minibar zusammenstellen, ob er nordisch oder in einem mediterranen Bett schlafen will, auf welchem Kissen, ob er ein Spezialkissen für den Nacken oder ein Stützkissen für die Schultern möchte. Das Beste an diesem Service: Er ist kostenlos – oder die Marketingstrategen haben die Kosten bereits im Zimmerpreis einkalkuliert. Die Zimmermädchen haben Zugriff auf das System und richten die jeweiligen Zimmer entsprechend ein.

Sogar das WC-Papier kann man auswählen
An jedes Detail wird gedacht: Sogar das WC-Papier kann man auswählen (Bild: zvg).

Nur geht die Auswahlmöglichkeit für den personalisierten Aufenthalt noch weiter: So kann man – allerdings gegen Zusatzkosten – die bevorzugte Zeitung bestellen, den Eintritt ins Strandbad Lugano, ein Velo, einen Dreigänger im Casino und so weiter. Wer mit seiner Liebsten unterwegs ist, klickt sich eine Flasche Tessiner Merlot aufs Zimmer (zu 50 Franken) oder eine Auswahl an Produkten der Schweizer Maîtres Chocolatiers (30 Franken). Wer Allergiker ist, bestellt ein glutenfreies Frühstück und zu 20 Franken einen Luftreiniger.
An jeden Wunsch hat das Hotel gedacht, sogar ans Toilettenpapier: Ohne Zusatzkosten kann man zwischen Extrakten aus Kamille, blauem Papier oder 100 Prozent Recyclingfasern wählen. Und selbst mit dem stillen Örtchen kann man die Liebste überraschen: Bestellt man für drei Franken das Toilettenpapier Love, ist dieses Wort auf jedem Blatt gedruckt – selbstverständlich mit viel Rot und Herzchen. Will man ihre Gehirnzellen aktivieren, wählt Mann das Toilettenpapier Sudoku.

Alex Wyden, Hoxell-Area-Manager Schweiz und Deutschland, erklärt: «Den Aufenthalt im Hotel kann man wie bei einem Autokauf personalisieren. Dort möchten die Kunden ja auch allenfalls spezielle Ledersitze, Elektroniksysteme oder stärkere Motoren bestellen.» Hoxell ist das Schweizer Unternehmen, das die Webplattform stellt.

Das Hotel Lugano Dante gehört zusammen mit dem Vier-Sterne-Haus Berna in Mailand und dem Luxushotel Negresco in Nizza zu den wenigen Hotels, die diese Technologie eingeführt haben. Nun setzt Hoxell zum «Sprung über den Boccalino-Graben» an, wie Wyden sagt: «Im Verlauf von 2015 werden erstmals mehrere Deutschschweizer Hotels unsere Webplattform einführen.» Es handelt sich dabei um Mitglieder von Swiss Quality Hotels International wie das Cascada Luzern, das Seehotel Waldstätterhof Brunnen, das Sedartis Thalwil, das Belvoir Rüschlikon, das ABC Chur, das Seminarhotel Sempachersee, das Belvedere Grindelwald sowie das Derby im gleichen Berner Oberländer Ort.

Autor: Reto E. Wild