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03. November 2014

Welcher Elterntyp sind Sie?

Sich den Kindern völlig unterordnen, sie in den Erwachsenenalltag integrieren oder einen Mittelweg suchen? Was ist Ihr Ideal – stimmen Sie ab.

Sagt der Nachwuchs oder die Eltern, wo es lang geht?
Nicht immer ziehen alle am selben Strang: Sagt der Nachwuchs oder die Eltern, wo es lang geht? (Bild Getty Images)

Im Gegensatz zu vielen Schweizer Müttern und Vätern leben gemäss Buchautorin Pamela Druckerman ( zum Interview ) französische Eltern eher nach dem Grundsatz, die Kinder auch in die Welt der Erwachsenen einzuführen und nicht alles in Familienleben und Alltag auf die Bedürfnisse der Kleinen auszurichten.

Würde mehr von diesem Denken auch Schweizer Eltern guttun? Und leb(t)en Sie als Eltern bereits dieser Maxime nach, oder hatten bei Ihnen kindgerechte Unternehmungen immer den Vorrang? Migrosmagazin.ch stellt vier Elterntypen zum Thema vor: Erkennen Sie sich in einem davon wieder, dann verraten Sies in der Umfrage rechts.

1. Das Kindswohl über alles: DIE SICH-AUFOPFERNDEN
Wahrscheinlich seit wenigen Jahrzehnten der hierzulande dominierende Elterntyp. Zwar wird gern auch mal über die kleinen Bälger gelästert, die meist das Gewünschte bekommen und einem das Leben dennoch – undankbarerweise – häufig erschweren. Am Vorgehen in der Planung des Alltags und dem Umgang mit den Kleinen draussen oder zu Hause ändert das aber nichts: Der Nachwuchs kommt in der Regel zuerst, die Freizeit gestaltet man nach seinen Bedürfnissen. Keine längeren Restaurantbesuche für Erwachsene, viel kindgerechte Ausflüge und Unterhaltung. Alleine weinen oder vergebens etwas fordern müssen die Kinder solcher Eltern kaum.

2. Wir Eltern … haben auch ein Leben: DIE (SELBST-)BESTIMMTEN
Der Gegenentwurf zur ersten Gruppe versteht sich natürlich nicht als hartherzig. Auch sehen sich die Eltern, die nicht alles dem Kindswohl unterordnen wollen, nicht unbedingt als strenge Erzieher – zum Beispiel was Strafen betrifft. Zentral ist für sie jedoch, dass auch Kinder von ganz klein an auf den Rest der Familie Rücksicht nehmen müssen. Sie gehen mal mit ins gute Restaurant und essen mehr oder weniger kultiviert mit. Versuchen dürfen sie von allem, es aufessen müssen sie aber nicht. Und man lässt sie auch im Bettchen einmal eine Weile weinen, wenn man kein ernsteres Unheil vermutet. So gewinnen Mami und Papi etwas Selbstbestimmung zurück. Und Kinder sollen früh mit den Bedürfnissen anderer konfrontiert werden und damit umgehen lernen.

3. Sonderbetreuungen gesucht: DIE TRENNUNGSKÜNSTLER
Diese Gruppe würde beim Planen des Alltags vermeiden, sich auf die Seite jener zu schlagen, die Kinderwünsche generell über die Bedürfnisse der Eltern stellt – oder umgekehrt. Gerade in der Freizeit mit den Kleinen ab zwei oder drei Jahren und später im Kindergarten- oder Schulalter lösen sie möglichst viele Interessenkonflikte, indem sie das Leben von Nachwuchs und Erwachsenen trennen. Auch wenn sie vermehrt auf Krippe, Hort und Tagesstätte setzen, können sie das Konfliktpotenzial nicht völlig entflechten. Zudem sind für die meisten Familien externe Betreuungsangebote eine Frage des Geldes, je nach Region auch eine der Verfügbarkeit.

4. Das Familienglück wird täglich ermittelt: DIE KOMPROMISS-ELTERN
Dieser Elterntyp erklärt das Fehlen eines Ideals zur Stärke und geht davon aus, dass ohnehin täglich bestimmte Regeln (die Detailorganisation sowieso) neu gefunden werden müssen. An einem Tag haben die Anliegen der Kleinen Vorrang, am anderen diejenigen der Eltern. Und so tanzen sie am freien Nachmittag nach ihrer Pfeife, am Vorabend dürfen sie aber auch einmal auswärts mitkommen. Jedenfalls werden Gäste- oder Restaurantbesuche ihretwegen nicht auf ein Minimum zurückgeschraubt.

Autor: Reto Meisser