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26. März 2012

Welche Balance zwischen Arbeitsstress und Erholung?

Die Belastung im Erwerbsleben steigt stetig an. Die Wege zum Ausgleich sind aber völlig unterschiedlich, abhängig von Lebenszielen, Temperament, Mitmenschen oder der Natur des Arbeitnehmers. migrosmagazin.ch nennt fünf Erholungstypen – wie funktionieren Sie?

Wie sorgen Sie für Ausgleich und Erholung?
Wie sorgen Sie für Ausgleich und Erholung? (Bild: Getty Images)

Die ersten trennen das Arbeitsleben strikt von Privatem und damit der Erholung. Die zweiten mischen bewusst alles, springen hin und her und schöpfen daraus Kraft. Die dritten ordnen in bestimmten Phasen alles entweder dem Geschäft oder aber der Familie unter, allenfalls den Hobbies. Die vierten benötigen stets eine komplett ausgefüllte Agenda, willkommene Erholung vom Arbeitsstress bedeutet für sie eine Abfolge von anderen Herausforderungen, etwa im Sport. Die fünften behaupten schlicht, sie seien von grosser Belastung nie betroffen, denn die wirke sich nur bei längerer Absenz von Zufriedenheit und Perspektiven aus.

Fünf Typen von Erholungs- und Ausgleich-Suchenden

migrosmagazin.ch stellt Ihnen fünf unterschiedliche Modelle vor, wie Erwerbstätige für Ausgleich und Erholung sorgen (oder eben nicht):
DAS KRAFTWERK: Dieser Typ scheint unermüdlich zu sein, jedenfalls gibt er sich auch Mühe, so auf andere zu wirken. Kommen neue Aufgaben und Belastungen herein, schieben Projekte oder Krisen den Feierabend und die Wochenenden hinaus oder gefährden Ferien, ist ihm scheinbar nichts zu viel. Er glaubt meist wirklich, dass seine Einsatzbereitschaft fast keine Grenzen kennt, und hält einen Grossteil der vieldiskutierten Work-Life-Balance und dergleichen für leeres Gerede. Bei einigen funktionieren solche Strategien tatsächlich, oft tauchen jedoch nach etlichen Jahren gleichwohl Ermüdungserscheinungen auf.
Fazit: Erholung brauchts nicht übermässig, ich trainiere mir gar nicht viele ausgleichende Bedürfnisse an.
DER ERLEDIGER: Er lässt sich nicht so bewusst von der Arbeit auffressen und entwickelt auch nicht dermassen ausschliesslich im Job seinen ganzen Stolz wie das Kraftwerk. Seine Einstellung zur Arbeit beruht eher darauf, lauter Aufgaben vor sich zu sehen, die allesamt in einer bestimmten Reihenfolge erledigt, böser gesagt ‚abgehakt‘, werden wollen. Sie oder er nimmt sich immer das nächste auf der Agenda vor, jede Tätigkeit ist im Voraus geplant. Der Erlediger kennt durchaus seine ausserberuflichen Bedürfnisse und hat Interessen neben der beruflichen Tätigkeit. Doch wegen seiner Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit lappt das Arbeits- doch immer wieder etwas ins Privatleben hinüber. Unangenehm ist, dass ihm das durchaus auffällt und er es gar nicht schätzt, er aber nichts dagegen tun kann. Denn Arbeit liegen lassen geht gar nicht.
Fazit: Erholung kommt bei mir öfters zu kurz, und mit den Jahren sammelt sich etwas Frust an.
DER SUCHER: Bei ihm hat nie über längere Zeit die Arbeit oder das Private ein Vorrecht auf alleinige Aufmerksamkeit. Dennoch kann die Arbeitszeit in einzelnen Momenten die Erholungsmöglichkeiten einschränken, mitunter kann er aber auch mal den Job auf das absolut nötige Minimum zurückfahren. Dieser Typ fragt sich im Grunde ständig, was er im Leben gerade braucht, was ihn weiterbringt (gar nicht unbedingt im Karrieresinn!), und dem geht er denn auch mit aller Energie nach. Er will grundsätzlich nie einen Keil zwischen Privat- und Geschäftsleben treiben, denn beides gehört grundsätzlich zu ihm und hat miteinander zu tun.
Fazit: Ausgleich? Ich mache stets, was mir gerade persönlich etwas bringt.
DER VERKÄUFER: Durchaus ähnlich abwechselnd wie der Sucher, kann er phasenweise alles der Arbeit unterordnen, Persönliches und Hobbies völlig zurückstellen. Oder aber er hat ein grösseres privates Projekt oder widmet sich der Familie, um wiederum allen beruflichen Rest an den Rand von Aufmerksamkeit und Zeitbudget zu stellen. Grosser Unterschied: Ist beim Sucher die persönliche Entwicklung, Interessen und Bedürfnisse der Motor allen Tuns, liegt der Antrieb für den Verkäufer viel mehr in der Frage, welche Tätigkeit, berufliches Vorankommen oder ähnliches seinen Lebens- und Biografie-Entwurf weiterbringt und sich für andere attraktiv macht. Entweder kriegt er z.B. den wichtigen Projektjob und setzt Monate jegliche Energie ein, damit zu reüssieren, oder er verfolgt lieber ein privates Segelprojekt, als länger eine ruhige Kugel im Büro zu schieben.
Fazit: Ausgleich? Ich investiere alles dort, wo ich in der Karriere vorwärtskomme oder es sich sonst lohnt.
DER ABWÄGENDE: Seine Maxime ist klar: Ja nie alles einem Arbeitsziel unterordnen und dabei das eigene Leben verpassen. Es werden durchaus Prioritäten gesetzt, die vielleicht einmal eine oder zwei Überstunden beinhalten, aber kaum mehr, und nicht über Monate. Dieser Typ von Arbeitskraft achtet fast schon pingelig darauf, dass Ausgleich und genug Erholung stets gewährleistet sind. Als Treiber in Projekten ist er eher falsch platziert, doch er funktioniert in der Regel zuverlässig über Jahrzehnte, und dies mit minimalem Frustpotential.
Fazit: Ausgleich und Erholung sind mir immens wichtig.

Wie sorgen Sie für Ausgleich und Erholung?

Entsprechen Sie einem der obigen Typen? Wie kommen Sie zu genug Ruhe oder Frische, um im Job wieder anzugreifen? Verraten Sie Ihr Rezept gleich anschliessend durch das Erstellen eines Kommentars (Registration ist dafür nicht erforderlich).

Autor: Reto Meisser