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03. Januar 2017

Wasserbomben

Monica Müller meistert den Alltag mit Kindern meist mit Humor. Oft ist sie auch unschlüssig, wie sie reagieren soll. In der vierten Folge von «1,2 oder 3?» macht sie mit dem Grossen und seinen zwei Freunden den Schwimmbadtest.

detonierende Wasserbomben
Was tun, wenn man mehrere detonierende Wasserbomben beaufsichtigen soll?

Wasser ohne Kinder, das ist Zen. Wasser mit Kindern, das ist die Hölle.
Sie springen sich und anderen auf die Köpfe, sind im Getümmel nur schwer auszumachen, stürzen sich vom 5-Meter-Brett oder sonstwie ins Verderben. Dazu kreischen sie.

Blöderweise habe ich frohgemut zugesagt, an diesem Nachmittag das Überleben dreier Kinder im Bad sicherzustellen. Der Grosse (6) und seine Zwillingsfreunde (7) sind Mensch gewordene Wasserbomben, die detonieren, wo sie am meisten friedliche Schwimmbadbesucher treffen können.

Und jetzt – was tun?



Ich finde, Delfinschule tönt gut, und die drei schauen mich erwartungsvoll an. Ich denke an meine Primarlehrerin zurück, deren Nervenkostüm nach vielen Jahren Unterricht so abgewetzt war, dass sie kurz und rabiat Befehle gab. «Alle in eine Reihe!», «Sprung!», «Purzelbaum!», brülle ich. Im Nu habe ich weitere Delfinschüler. «Dürfen wir mitmachen?», fragen sie. «Klar!», schreie ich. «Hinten anstellen!» (Antwort 3)

Autor: Monica Müller

Illustrationen: Lisa Rock