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21. Mai 2013

Was wächst denn da?

Nachdem Hobbygärtnerin Almut Berger den Gemüsegarten fürs Erste bestellt hat, klopft bereits das nächste Problem ans Gartentörli: Im Blumenbeet wucherts. Aber was?

Grüne Pflanzen
Es wuchert in Bergers Bermuda-Dreieck.
Eine Katze läuft durch den Garten. In einem Pflanzenbeet steht eine Giesskanne.
Almut Bergers berüchtigtes Bermuda-Dreieck.

Ich habe den Tick, die verschiedenen Ecken und Winkel meines Gartens zu benamsen. So heisst beispielsweise der grosse Totholzhaufen unter unseren beiden Lärchen Nirvana. Auch, weil sich unsere Blindschleichen dort wie im siebten Himmel fühlen.

Bermuda-Dreieck wiederum nennt sich der schmale Triangel, der sich parallel zum Gemüsegarten und zwischen Kompost und Schopf schiebt, mein Blumeneck. Hier ist der Name Programm. Anders als im berühmt-berüchtigten Original im Atlantik, wo Schiffe samt Mann und Maus zu verschwinden pflegen, verschwindet in meinem Bermuda-Dreieck jedoch nichts, sondern es taucht auf. Notabene keine U-Boote, sondern … tja, was genau?

Da ist erst einmal dieses feingliedrig federige Gewächs, zartgrün. Könnte wilder Rittersporn sein. Oder diese langen, dunkelgrünen Röhrchen. Könnte Schnittlauch sein. Oder vielleicht Zierlauch? Das wiederum wäre ein Wunder bei all den versammelten FKK-Schnecken. Der Löwenzahn zumindest ist enttarnt, den kriegen die Hasen meines Sohnemanns. Und dort drüben sonnt sich eine Jungfer in Grün. Aber diese fast kreisrunden Blätter, die wie kleine Seeröschen aussehen: Könnte Senf sein. Oder Raps? Oder doch Ampfer? Auf jeden Fall keine Blumen. Meine ich zumindest. Und wuchern tut das Zeugs, wuchern, was das Zeug hält.

Garten mit Blumen und drei grossen Holzkisten.
Es blüht und wuchert, grünt und wächst...

Aber eigentlich bin ich ja selber schuld: Ich hatte im letzten Frühling sogenannte Zweijährige ausgesät, Blumen, die erst im Jahr darauf so richtig Gas geben. Theoretisch könnten hier also irgendwo Islandmohn, Fingerhut, Glockenblumen und falls ich mich richtig erinnere Goldlack wachsen. Gleichzeitig hatte ich in meiner «Söömlisammlung» aber auch noch eine angefangene Packung Wiesenblumen-Mix gefunden. Und da mir das Bermuda-Dreieck damals mit zwei, drei Malven, vier, fünf Primeli sowie einem einsamen Phlox unterbevölkert erschien, gleich mit ausgesät.

Dann habe ich vor ein paar Wochen ein paar Kübel Feldkompost auf den Rhabarber geleert, der im Spickel des Blumenbeets seinen Platz hat (ja, ja, ich weiss, Rhabarber ist ein Gemüse, aber irgendwie hatte ich grad sonst kein Plätzchen frei). Den Rhabarber habe ich bisher noch nicht gesichtet, dafür gedeiht hier jetzt Weizen. Könnte aber auch Hafer sein. Und nicht zuletzt hing diesen Winter auch noch ein Vogelhaus gleich nebenan in der Pergola. In dieser Ecke grünt es am heftigsten. Könnte … hmm … doch nicht etwa Hanf sein?!

Und genau all dieses «könnte» wird zum Problem, wenns nun ans Jäten geht. Natürlich könnten (!) Sie mir jetzt raten, die Hacke stecken zu lassen, schliesslich wird sich das jeweilige Grünzeug früher oder später selber outen. Aber abgesehen davon, dass wenn ich jetzt nicht ordnend eingreife, in meinem Blumenbeet ein brutaler Kampf um Licht, Wasser und Nährstoffe entbrennen wird: Im schlimmsten Fall könnte ich verhaftet werden – wegen einer illegalen Hanfplantage!

Wie bestellen Sie Ihre Blumenbeete? Ähnlich kopflos wie die «Bohne, Bluescht & Berger»-Autorin? Oder brav nach Lehrbuch sprich mit Farbkonzept und die Pflänzchen schön gestaffelt nach Wuchshöhe und Blütezeit? Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Ihr Wissen mit anderen Gartenfreunden gleich anschliessend in einem Kommentar mit oder erstellen Sie (nach der Registration) mit Anleitungen, Tricks und einem Bild aus Ihrem Garten einen eigenen Artikel (Infos zu beidem siehe auch rechts).

Autor: Almut Berger

Fotograf: Almut Berger