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29. Juni 2015

Was steckt hinter Probiotika?

Probiotika stecken in vielen Lebensmitteln. Sie sollen den Darm und damit uns fit und gesund halten.

Joghurt, Bifidus und Kefir schmecken und tun gut. Doch sie sollten abwechselnd konsumiert werden
Joghurt, Bifidus und Kefir schmecken und tun gut. Doch sie sollten abwechselnd konsumiert werden (Bild: Getty Images).

Milliarden von Bakterien leben in unserem Darm. Sie lassen sich dort schon kurz nach unserer Geburt nieder. Zunächst über den direkten Kontakt mit Familienmitgliedern, später auch über das, was wir essen und trinken.

Unsere Darmbewohner sind uns meist wohlgesinnt. Sie helfen beim Verdauen, verändern Nährstoffe und beeinflussen unser Immunsystem.

Ihr Name Probiotika (pro= für; bios=Leben) und das gute Image standen auch Pate für spezielle probiotische Joghurts und Drinks.

Diese sollen bei Verstopfung helfen und dafür sorgen, dass wir uns weniger erkälten.

Kritisch betrachtet, fehlen aber genügend gute und unabhängige Studien, die den gesundheitlichen Nutzen von Probiotikaprodukten eindeutig belegen.

So konnten Forscher zwar zeigen, dass Milchsäurebakterien das Immunsystem anregen, wenn sie den Darm besiedeln. Dass wir uns deswegen weniger oft erkälten, konnte die Wissenschaft aber nicht beweisen.

Fraglich ist auch, ob es sinnvoll ist, seine Darmflora täglich den gleichen Bakterien aus einem Probiotikaprodukt auszusetzen. Monokulturen bergen Risiken – nicht nur in der Landwirtschaft.

Darauf weist auch das Verhalten der «einheimischen» Flora unseres Darms hin: Bakterien und Hefepilze aus Probiotikaprodukten siedeln sich nicht dauerhaft an.

Sie verschwinden wieder, wenn ihr Wirt die entsprechenden Lebensmittel nicht mehr konsumiert.

Autor: David Fäh