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18. April 2016

Funeral-Planner: Unterstützung nach einem Todesfall

Corina Soncini ist 27 Jahre alt und macht sich täglich Gedanken über den Tod. Die junge Frau arbeitet als «Funeral Planner», also als Beerdigungs-Planerin. Wie kommt sie zu diesem ungewöhnlichen Beruf?

Funeral Plannerin Corina Soncini

Frau Soncini, wie sind Sie Funeral Planner geworden?
Corina Soncini: Also ich bin ja nicht nur Beerdigungs-Planerin, sondern eine Art Generalunternehmerin. Mein Job besteht darin, dass ich die Koordination aller Aufgaben übernehme, die nach einem Todesfall anstehen. Dies können bis zu 200 Aufgaben sein. Oder anders gesagt etwa 100 Stunden Aufwand für die Angehörigen. Wenn wir diese Aufgaben übernehmen, benötigen wir nur etwa die Hälfte der Zeit. Die Organisation der Beerdigung ist ein Teil dieser Arbeit.

Wie kamen Sie auf diese Geschäftsidee?
Ich arbeitet früher als Fachfrau Gesundheit in verschiedenen Altersheimen und Pflegeheimen. Mir fiel auf, wie überlastet viele Angehörige nach einem Todesfall waren. Sie mussten sich um so vieles kümmern und alles eilte, zum Trauern blieb nur sehr wenig Zeit. So kam ich auf die Idee für ein Unternehmen, welches hier unterstützen kann.

Macht es nicht auch traurig, so viele Beerdigungen mitzuerleben?
Beerdigungen sind nun mal keine so erfreuliche Sache. Aber es gibt schon Unterschiede. Wenn ein Mensch mit 90 Jahren nach einem erfüllten Leben stirbt, ist das für mich weniger belastend. Anders sieht es aus, wenn ein 40-jähriger Vater von zwei kleinen Kindern verstirbt. Das ist schon schwierig. Aber ich habe eine professionelle Rolle. Man darf mitfühlen, muss aber immer eine gewisse Distanz wahren. Da ich einen Pflegeberuf erlernt habe, ist mir dies bestens vertraut.

Immer mehr Leute möchten für den eigenen Tod vorsorgen. Was ist hier wichtig?
Man sollte sich Gedanken machen über die Art der Bestattung und diesen Wunsch aufschreiben oder den Angehörigen mitteilen. Es ist aber auch wichtig, dass man sie mit einbezieht. Wenn ich zum Beispiel eine Naturbestattung wähle – also, wenn meine Asche in der Natur verstreut werden soll – wird es für die Hinterbliebenen kein Grab geben, wo sie um mich trauern können. Dies sollte man berücksichtigen. Weiter ist eine Adressliste hilfreich. Viele Menschen sterben und hinterlassen keine Adressen von Menschen, die über ihren Tod informiert werden sollen. Es macht Sinn, zu Lebzeiten bereits die wichtigsten Dinge zu regeln. So kann man seine Angehörigen entlasten.

Sie sind erst 27 Jahre alt. Ist dies nicht hinderlich in Ihrem Job?
Nein, überhaupt nicht. Ich denke, wenn man kompetent auftritt, spielt das Alter keine Rolle. Natürlich kommt oft die Frage, warum ich mich in meinem Alter für einen solchen Beruf entschieden habe. Aber gerade ältere Leute freuen sich grundsätzlich, dass sich auch junge Menschen bewusst beruflich mit dem Thema Tod auseinandersetzen.

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Autor: Advertorial