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01. Februar 2016

Was sich Kids auf dem Spielplatz wünschen

Ein Plausch waren Spielplätze schon immer. Und manchmal abenteurlicher, als einem lieb war. Heute sind sie bunter, sicherer und meist kindergerecht.

moderner, kindergerechter Spielplatz
Auf einem modernen, kindergerechten Spielplatz gibt es nur wenige Geräte aus Metall und kaum Betonflächen. (Bild: Photopress)

Kinder, die 1970 viel Glück hatten, durften sich auf einem der Robinsonspielplätze tummeln, die in jener Zeit gerade in Mode kamen. Alle anderen mussten in Sandkästen wühlen, die oft auch als Katzenklo dienten. Sie hopsten auf «Gigampfis» aus Metall, die schon nach einem Zwei-Minuten-Ritt Füdliweh auslösten, oder plumpsten von der Rutschbahn ungebremst auf Betonboden. 1979 war im Fachmagazin «Wohnen» zu lesen: «Vielerorts haben sich Elterngruppen gebildet, die mitreden wollen und auch gewillt sind, Spielplätze zusammen mit Pro Juventute, Gartenämtern und Behörden zu planen, zu bauen und allenfalls auch zu betreuen.»

Rutsche, Schaukel und Sandkasten sind auch heute Standardausrüstung – aber drum herum finden sich noch viel mehr, zumeist kunterbunte Spielgeräte. ­Sand wird gern mit Wasserläufen kombiniert, denn es darf auch gedreckelt werden. Das taten die Kids früher am Waldrand, im Park oder am Seeufer. Doch die sind nicht mehr so leicht zu erreichen. Deshalb muss heute dort, wo eine neue Siedlung entsteht, auch ein Spielplatz hin. Das verlangen die Baubestimmungen.
Und was die Ausstattung betrifft, bezieht man nicht nur die Eltern mit ein, sondern fragt auch gleich die Kinder nach ihren Wünschen.
Was dabei herauskommen kann, erklärt Josef Peter von Iris Spielwelten, Neudorf LU. 

Design, Optik, Lernwert, Vielfältigkeit und Naturnähe sind heute Schlagwörter, nach denen ein Spielplatz konzipiert wird. Man plant mit Gerätschaften, bevorzugt aus Holz, Sand, Kies, Sträuchern, Schattensegeln und modelliertem Gelände. Metall und Beton werden heute seltener eingesetzt.

Netze, Hängebrücken und Türmchen laden zum Klettern ein. Kinder sollen und wollen selber mobil sein und nicht mehr nur geschaukelt werden. Und das ist auch gut so, denn wie heisst es so schön: Bewegung macht klug und zufrieden.

Der Bodenbelag («Fallschutz») besteht aus Rundkies, Holzschnitzeln oder Gummibelag. Je nach potenzieller Fallhöhe genügt nicht einmal mehr Rasen den Sicherheitsbestimmungen.

Kinderwünsche werden berücksichtigt, soweit es möglich ist und Sinn macht. In der Fachsprache ist dann von Mitmach- oder Partizipationsprojekten die Rede. Was so trocken klingt, bedeutet ganz einfach, dass der neue Spielplatz kindergerecht wird.

Die Geräte bestehen oft aus krumm gewachsenem, wetterfestem Robinienholz. Stahl wird dort verbaut, wo Robustheit und Tragfähigkeit eine bedeutende Rolle spielen. Dabei wird Stahl gern mit Kunststoff oder Seilen kombiniert und wenn möglich organisch statt fadengerade geformt.

So sah der Spielplatz früher oft aus
So sah der Spielplatz früher oft aus. (Bild: Keystone)

Autor: Yvette Hettinger