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30. März 2015

Mami, was ist eigentlich ein Osterfeuer?

Diesmal will Luana (9) von der Mutter wissen, was ein Osterfeuer genau ist. Hier Gabriela Bonins Antwort:

Osterfeuer
Gabriela Bonin erklärt das Osterfeuer (Bild: Keystone).

Stell dir vor, du bist draussen in der Nacht. Alles wirkt wie ausgestorben. Du frierst, siehst kaum etwas, fühlst dich verloren. Da flammt ein Feuer auf. Du erkennst die Gesichter deiner Freunde und Familie.

Das Feuer lodert immer heller. Da, wo es eben noch wie tot war, wird alles lebendig. Dir wird warm. Du bist froh. Durch das Feuer erlebst du das Wechselspiel von Leben und Tod.

Denk an unsere Katze, die gestorben ist. Was ist der Tod? Wo ist er? Hattest du damals gefragt. Und: Kommt unser Büsi zurück? Nein, es kommt nie mehr zurück, sagte ich dir. Du warst traurig. In deinem Innern war es düster. Ist nach dem Tod wirklich alles vorbei? Kommt keiner vom Tod zurück?

Die Antworten auf diese Fragen sind für uns Menschen sehr wichtig. Christen finden sie in der Osterbotschaft. Sie entfachen am Karsamstag ein Osterfeuer, versammeln sich nachts drum herum. Der Priester entzündet daran die Osterkerze. Deren Licht ist ein Symbol fürs Leben, das Jesus in ihren Herzen entfacht.

Nun wird die Kerze in eine dunkle Kirche getragen, die Gemeinde folgt ihr in einer Prozession. Jeder kann an der Osterkerze seine eigene kleine Kerze entzünden. So wird es in der Kirche immer heller.

Im Schein des Lichts spricht der Priester über Gottes Wirken in der Welt. Er sagt Worte über Tod, Auferstehung und ewiges Leben. Diese sind so mysteriös, dass man sie eigentlich gar nicht verstehen kann. Der Kopf ist überfordert. Die Lichtfeier aber hilft dem Herz, etwas zu verstehen.

Autor: Gabriela Bonin