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03. April 2017

Was hat Bärlauch mit Bären zu tun?

Gabriela Bonin beantwortet Kinderfragen. Diese Woche will Jan Luca (9) aus Oberrieden ZH wissen, was denn der Bärlauch mit Bären zu tun haben soll.

Was hat Bärlauch mit Bären zu tun?

Wird man vielleicht bärenstark, wenn man Bärlauch isst? Wächst er womöglich dort, wo Bären hingepinkelt haben!? Man kann sich viele Gründe ausdenken, warum das wuchernde Kraut nach dem Bären benannt worden ist – und warum beide als Frühlingsboten gelten.

Beweise gibt es keine, aber die folgende Erklärung halte ich für glaubwürdig: Früher dachten die Menschen bei Bären nicht an knuffige Kinderzimmerbewohner. Sie dachten an starke, freie Wesen im Wald. Darum verehrten die Römer, Griechen, Kelten und viele andere Völker die Bären.
Zugleich wusste man früher auch gut über Heilpflanzen Bescheid.

Der Bärlauch ist ein reinigendes, stärkendes Kraut. Er enthält viele gesunde Vitalstoffe. Nach dem Winter bringt er neue Kraft. Darum benannte man ihn nach einem Tier, das die Stärke verkörpert. So tat man das auch mit anderen kräftigenden Heilpflanzen, etwa mit dem Bärlapp, Bärenkraut, Bärwurz oder mit der Bärentraube.
Auch ist es so, dass Bären tatsächlich Bärlauch essen. Er liefert ihnen viele Vitalstoffe und regt ihre Verdauung an, die während des Winterschlafs geruht hat.

Mich fasziniert die Symbolik des Bären. Er lebt auf der Erde, geht aber jedes Jahr unter die Erde – als ob er sterben würde. Wenn er im Frühjahr seine Höhle verlässt, wird er so quasi «wiedergeboren».

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Autor: Gabriela Bonin