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30. Juni 2014

Was duftet da so fein?

Hobbygärtnerin Almut Berger verrät, mit welchen Gewächsen der Garten besonders gut duftet.

Ein Blick über den Gartenzaun. (Bild: Fotolia/iStock Photo).
Ein Blick über den Gartenzaun. (Bild: Fotolia/iStock Photo).

Bester Sommerduft aller Zeiten? Sommerflieder! Das Schnuppern an seinen lilafarbenen Blüten katapultiert einen direkt in die eigene Kindheit zurück, als Sommerferien noch endlos waren. Da mag er noch so als invasiver Neophyt verpönt sein. Wer sich trotzdem ein Exemplar in den Garten holt, beruhigt sein schlechtes ­Gewissen, indem er die Samenstände jeweils im Abfall statt im Kompost entsorgt.

Ein weiterer Duft-Neophyt (nicht invasiv und daher ohne Wenn und Aber) ist die Gemeine Nachtkerze. Ihre gelben, süsslich duftenden Blüten öffnen sich mit der Dämmerung und locken Scharen von Nachtfaltern an. Mit ähnlich schwerem Duft hat gerade erst noch der Schwarze Holunder um – tagaktive – Bestäuber geworben. Inzwischen ersetzen grüne Beeren die weisswolkigen Blütenstände.

Ein Klassiker im Duftgarten ist der Staudenphlox, der bis zu 120 Zentimer hoch wird. Wer es kleiner mag, beispielsweise fürs Balkonkistli, greift zu Federnelken. Weiss bis knallpink kommen sie wie Duftgeranien auch gut mit Hitze zurecht. Besonders bei Kindern beliebt ist die Schokoladenblume, die tatsächlich nach (Milch-)Schoggi riecht.

Auch für den Gaumen interessant sind Melisse mit ihrem Zitrusaroma und Goldmelisse, die an Bergamotte erinnert. Klassische Sommerdüfte sind natürlich Salbei, Lavendel, Rosmarin und Thymian. Um deren Aroma geniessen zu können, verreibt man die Blätter zwischen der Fingern.

Eine typische Topfpflanze, da nicht winterhart, ist die Engelstrompete mit den gewaltigen Blüten in Rosa, Weiss, Orange oder Gelb. Bis zu vier Meter hoch, ist sie ein richtiger Schluckspecht. Und giftig! Auch nicht winterfest ist Ziertabak, ein weiterer Dämmerungsdufter.

Wer rasch eine Wand oder einen Zaun aufhübschen will, pflanzt einjährige Duftwicken. Mehrjährig ist das Waldgeissblatt. Und natürlich die Königin der Blumen, die Rose. Erstaunlicherweise sind es hier oft die wilden Exemplare, die am süssesten duften. Leider aber meist nur kurz!